Sonntag, 29. April 2018

Altena - Märkischer Kreis

14.04.2018

Altena
Wenn man bei uns im Rheinland sagt, wir fahren nach Altena, dann meint natürlich jeder, wir fahren nach Altenahr an der Ahr. Das ist bei uns halt so ein Reflex in Verbindung mit lieblichen Bergen, schönen Kurven und toller Stimmung in den bekannten Weinorten.
Aber, so schön es dort auch jedesmal ist, es lockt doch immer das, was noch unbekannt ist, was man noch nicht mit eigenen Augen gesehen hat.

Und so geht es heute nach Altena an der Lenne - im Märkischen Kreis.

Die Tour "Altena - Märkischer Kreis" basiert in Teilen auf dem Bericht "Abendrunde Altena" von Volker T.

Was für Volker eine kleine Abendrunde ist, wächst sich für uns natürlich zu einer kompletten Tagestour aus - bis ins nördliche Sauerland sind es ja schon ein paar Kilometer.

In malerischer Lage, hoch über der alten Drahtzieherstadt Altena an der Lenne, thront eine der schönsten Höhenburgen Deutschlands. Der ab dem 12. Jahrhundert errichtete Wehrbau lässt das Herz jedes Ritter- und Burgenromantikers höher schlagen.
Ihre internationale Bekanntheit verdankt die Burg Altena der ersten ständigen Jugendherberge der Welt, die hier 1914 eingeweiht wurde. Sie ist als Museum Weltjugendherberge noch im Originalzustand erhalten. Hauptmuseum auf der Burg ist das Museum der Grafschaft Mark. Der Spannungsbogen der Ausstellung reicht von der geologischen Frühgeschichte über das Mittelalter, die Frühe Neuzeit und das Industriezeitalter bis in die Gegenwart.

Los geht's bei Birgit & Thomas in Erkelenz. Auch ThomasK ist schon da als ich - mehr oder weniger pünktlich - dort eintreffe. "Mahlzeit" lautet die herzliche Begrüßung.
Das Wetter ist ganz gut - besseres gibt's zur Zeit auch nicht.



Auf der A46 geht es zügig über die Fleher Brücke nach Düsseldorf, wo wir uns an der Tankstelle Am Schönenkamp mit Heike und Helmut und Ute treffen. Die Tanks werden noch einmal bis zum Rand gefüllt - das sollte für heute reichen.

Fleher Brücke


Düsseldorf Tunnel



Nach einigen Scherzen über Handtaschen, passend zum übrigen Biker-Outfit, geht es wieder auf die Bahn.

Bei der Handtasche geht noch was

Düsseldorf, Wuppertal, Dortmund - wir halten uns an unsere bewährte Reisegeschwindigkeit von 120 km/h.
Meine Gedanken schweifen immer wieder ab. Wie oft bin ich hier während meines Berufslebens entlanggefahren. Schulungen, Lehrgänge, Hannover-Messe. Ein intessanteres Berufsleben mit Maschinenbau und Technik.

Hier sollte jetzt eigentlich eine Wuppertaler Schwebebahn vorbeischweben

Die Zeit fliegt nur so dahin und ehe wir uns versehen sind wir auch schon an der Ausfahrt Hagen Nord. Hier verlassen wir die Autobahn und fahren in Richtung Hohensyburg.
Es geht über die Brücke des "Hengsteysee", der von der Ruhr und der Lenne gespeist wird. Links vor der Brücke liegt der "Bikertreff Hohensyburg", wo jetzt schon so einiges los ist.

Hohensyburg

Hendsteysee



Aber heute soll es der "Road-Stop Hohensyburg" für uns sein, der an Samstagen ab 11 Uhr geöffnet hat - nur leider sind wir im Moment noch die einzigen Gäste - es gibt schlimmeres. Der Stop ist interessant in Richtung Wildwest-Lokal ausgestattet und die Bedienung ist sehr freundlich.

Road Stop Dortmund Hohensyburg

Wild...

Wild...
West




Wir bekommen unser Heißgetränk und Chillen auf der Außenterrasse mit tollem Ausblick auf die "Hohensyburg".
Schon bei der kurvigen Auffahrt die Ruhrsteilhänge Hohensyburg hinauf gab es tolle Ausblicke auf die langsam grünende Landschaft. Was auffiel: Die mittlere Spur der Auffahrt ist mit einem fetten Verbotsschild für Motorradfahrer gesperrt. Wie bei vielen ähnlichen Verboten für Motorradfahrer braucht man ja nicht lange überlegen warum.






Nun folgt ein Teil aus Volkers Runde über kleine und kleinste Straßen und romantische Wege, bis wir nach gut einer Stunde die Burg Altena mächtig über der Lenne thronen sehen.
Der Weg bis dorthin ist absolut sehenswert. Über die Syburger- und Westhofener Straße geht es zunächst nach Westhofen, dann folgen Ergste, Stübbeken und Letmathe.


Kurventraining

Ergste

Am Bahnübergang in Genna halten wir eine gefühlte Stunde neben einem qualmenden und übel riechenden Roller, der nach einiger Zeit glücklicherweise doch noch den Ausschaltknopf findet. Dafür legt er dann, als der Regionalexpress endlich vorbeigeschlichen ist und die Schranken den Weg freigeben, einen lautstarken Blitzstart hin der uns, in eine weißblaue Benzin-Ölwolke gehüllt, zurücklässt.

Personen von der Ladung absteigen?!

Ab jetzt wird die Straße um mindestens eine Kategorie abenteuerlicher, denn der Honselsweg führt uns in Windungen den Kupferberg hinauf. Es folgt eine schöne Strecke bis Veserde und von dort aus geht es hüglig über die Wiblingwerder Landstraße zum gleichnamigen Ort.





Wiblingwerder
Dort Cruisen wir, von den Anwohnern aufmerksam beobachtet, einmal durchs Neubaugebiet bis zum Waldkindergarten Wiblingwerde. Auf dessen Parkplatz legen wir unseren kurzen "Passknacker"-Fotostopp ein. Während ich die "X" im richtigen Blickwinkel zum Hinweisschild Wiblingwerde ausrichte, das Passknacker-Poster ans Nummernschild klemme und ein Nachweisfoto schieße, werden wir von einer Frau mit Hund interessiert beobachtet. Wir grüßen freundlich und haben hoffentlich etwas für's gute Biker-Image getan. Obwohl im Ort sicherlich die Frage bleibt, was die Biker da an ihrem Parkplatz zu fotografieren hatten.



Böse Biker

Schön sieht's hier oben aus, mit Blick hinunter nach Herlsen. Dort geht es dann scharf rechts und mit tollen Kurven erreichen wir den Woerdener Bach.
Am Ende des Weges geht es nach links ins Namertal und dort wunderschön immer am Namerbach entlang. Eine super Strecke, die uns durch das tolle Namertal zur "Brennscheider Mühe" führt. Hier ließe sich eine vorzügliche Rast einlegen. Hier und da ein kleines Häuschen im Wald - als wär's vom Förster oder von Rotkäppchens Großmutter. Und irgendwann dazwischen roch es auch noch nach geräucherten Forellen - da müssen wir  unbedingt nochmal hin.


Am Woerdener Bach

Förster's oder Großmutter's Haus?

Im Namertal

Am Namerbach

Brennscheider Mühle

Am Brennscheider Bach

Im Brennscheider Tal

Jetzt folgen wir dem Brenscheider Bach bis wir die B692 erreichen. Eine rechts / links Kombination, dann geht's an der Brachtenbecke entlang bis wir "Altena" erreichen.


Einmal rechts / links

An der Brachtenbecke



Nach rechts fahren wir auf der B236 zum Kreisverkehr und von dort geradeaus auf die andere Seite der Lenne. Der Blick geht automatisch nach oben zur imposanten "Burganlage", die den Ort im Tal der Lenne eindeutig beherrscht.



Burg Altena
Im nächsten Kreisverkehr noch einmal geradeaus und schon sind wir auf der Lenne Uferstraße. In Höhe des Cafés "Lennekei" an der Uferpromenade entern wir, mit vieren unserer Bikes, raumsparend eine Parklücke - Samstags braucht man ab 13 Uhr auch kein Parkticket mehr. Die beiden anderen Bikes passen sich möglichst unauffällig in die Umgebung ein.


Lennekei

Parkplatz für Vier -


und für Zwei


Schöne Aussicht

Leider gibt es im Café mit der schönen Aussicht auf die Lenne nicht das Richtige um unseren Hunger zu stillen - aber genau gegenüber - beim Grill-Hellas oder doch El Greco - bekommen wir genau das, was wir jetzt dringend brauchen - einen Gyrosteller.


El Greco?

Smile

Große Portion Gyrosteller

Smile

Smile

Die alte Drahtzieher-Stadt Altena liegt landschaftlich schön  im Tal der Lenne. Wirtschaftlich gibt es aber auch einige Probleme. Mit dem schleichenden Niedergang der Metallindustrie seit den 1970er Jahren ist die Stadt in besonderem Maße vom demografischen Wandel betroffen und die Einwohnerzahl hat sich seitdem, lt. Wikipedia, von 32.006 in 1970 auf 17.218 in 2016, fast halbiert - eine große Herausforderung für die engagierten Stadtentwickler.
Der Gyrosteller, auf dem Außensitzplatz verzehrt, war super und der Wirt sehr freundlich. Rund um die Uferpromenade in Altena kann man schon eine angenehme Zeit verbringen.


Schönes Lenneufer




Herzen und Bäume aus Stahl

Geblendet vom Sonnenschein

Bei einem "Sonntagsausflug" lohnt auf jeden Fall eine Besichtigung der Burg Altena unter Benutzung des Erlebnisaufzugs und ein Besuch des Deutschen Drahtmuseums. Alles erhältlich unter einem einzigen "Kombiticket".
Ob Kettenhemd, Zweiradspeiche oder Federkern - Draht begegnet uns in allen Lebenslagen.


Wegweiser

Burgtor

Gänse?


Unser nächstes Etappenziel ist der "Sorpesee". Über schöne kleine Straßen geht es über Neuenrade, Küntrop, Affeln, Eiringhausen, Leinschede, Allendorf und Eimecke zum südlichen Ende der Sorpetalsperre. Dort ist schon großer Ausflugsbetrieb ausgebrochen - und alles sieht sehr gepflegt aus.


Sowas hatten wir letztes Jahr in "Gerolstein"



Kirche Neuenrade

Kreisverkehr Neuenrade




Sorpesee


Mit Blick auf den See liefern wir uns ein "Rennen" mit einem weißen Ausflugsschiff. Wir gewinnen - obwohl wir nur im Cruiser-Tempo der zerklüfteten Uferstraße nach Norden folgen.


Rennen mit der Weißen Flotte

Abgehängt

Regatta auf dem Sorpesee

In Höhe des Biker-Treffs "Bei Stavros" haben wir uns wieder einmal eine kleine Erholungspause - mit Blick auf den Sorpesee - verdient.
Tolle Parkplätze haben die hier für uns Biker eingerichtet - super Service.
Aber halt - da war doch was. Vor ein paar Jahren war die Empörung groß, dass die Bikerparkplätze am Sorpesee nun "kostenpflichtig" sind. Und siehe da - die Schilder an den Laternen sagen genau das aus. Große Unsicherheit - sowas kennen wir Biker ja sonst nicht.
Also erstmal ignorieren und vom Eiscafé gegenüber die Lage beobachten.

Exklusive Parkplätze für unsere Bikes

Stavros und die Eisdiele

Schon bald kommt Unruhe auf. Da sind mehrere junge Frauen und Männer in unauffälliger Kleidung dabei, Motorradkennzeichen zu notieren. Und sie sind schon kurz vor unseren Bikes. Nichts wie hin und schnell noch ein Parkticket besorgt.
Das kann man entweder am Automaten 100 Meter weiter oder man ruft die angegebene Nummer an und "bucht eine Parkzeit" - kostet natürlich extra. Wenn ich das auf mein kleines Spagetti-Eis draufrechne, dann war das teurer als der Gyrosteller mit einer Cola beim Griechen in Altena. Aber egal - Biker sind ja eine gerngesehene Einnahmequelle für dieTourismusbranche.


Smile

Smile

Smile

Kleines Spagetti Eis

Um unsere Runde zu schließen geht es am nördlichen Rand des Sauerlandes entlang bis wir bei Hagen wieder auf die A1 treffen. Noch ein kurzer Stopp auf dem nächsten Autobahn-Parkplatz, dann sind wir gegen 18:30 Uhr alle wieder wohlbehalten Zuhause.




An der Grübecke

Sieben Jungfrauen im "Hönnetal"

Iserlohn


Autobahnparkplatz
Tschüss - wir sehen uns

Biken um Altena ist wohl die schönste Art, das Herz des Märkischen Kreises zu entdecken. Einsame Straßen und Wege durch schöne Wälder mit ruhigen Bächen und Flüssen und dazu das bis auf 511m ansteigende Rheinische Schiefergebirge - fast schon mit Passcharakter ;-)
Danke an die Gefährten für die fröhliche Begleitung und an Birgit für die schönen Bilder.
Und an Volker T. und alle anderen, die ihre Lieblingsstrecken im Netz vorstellen und so ortsfremden Bikern wertvolle Insidertipps geben.




Altena - Märkischer Kreis 150 km


Viel Spaß & tolle Touren
wünscht HerBert


Kommentare:

  1. Tolle Tour und super Bericht,wie alle deine Veröffentlichungen. Herzlichen Dank!.

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    1. Hallo Dietmar, ich freue mich, dass dir die Reiseberichte gefallen. Altena stand schon lange auf meiner Wunschliste und es war eine wirklich schöne Tour. Beim nächsten Mal gibt es wieder etwas ganz anderes - das macht halt den Reiz beim Touren aus!

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