Sonntag, 28. Januar 2018

Norwegen mit Nadine und Depeche Mode - Tag 4-6


Im Juni 1990 sind meine Tochter Nadine und ich - zusammen mit der Musik von Depeche Mode - in Norwegen unterwegs. Nachdem wir bereits den Süden erkundet haben, geht es nun durch West-Norwegen.








Tag 4



Der neue Morgen beginnt so, wie er auf unserer Reise immer beginnt - er ist einfach da. Kein Wecker klingelt, kein Radio spielt Musik. Wir werden wach, wenn es soweit ist. Und auch der Wochentag spielt keine Rolle - es geht einfach nur weiter auf unserer Reise durch dieses wundervolle Land.
Das Frühstück aus dem Kofferraum gefällt uns so richtig gut. Das Brot wird auf der Hand geschmiert und wird gleich, ohne große Umstände, gegessen. Auch das ist Freiheit.
Nur eine kurze Fahrt, dann stehen wir am Anleger unserer Fähre über den nächsten Fjord. Von Totlandsvik geht es hinüber nach Vindsvik.



Über Sand, Solheimsvik und Nesflaten kommen wir nach Roldal. Der hübsche Ort liegt so schön in der reizvollen Landschaf, dass wir uns zu einer spontanen Pause entschließen.
Ein Hinweisschild führt uns zu der eindrucksvollen "Stabkirche" aus dem 13. Jahrhundert, die ein paar hundert Meter außerhalb des Ortes liegt. Sehr interessant anzuschauen - sowas haben wir bisher noch nicht gesehen.

Stabkirche Roldal ©

Einige Zeit später fahren wir durch eine grandiose, im wahrsten Sinne, berauschende Landschaft. Als rauschender Doppel-Wasserfall stürzt sich der "Latefossen" neben uns ins Tal - und ganz nah, auf der gegenüberliegenden Seite, macht es ihnen ein dritter Wasserfall nach - und wir sind mittendrin.



Bei Odda nehmen wir die Westseite des "Sorfjord", an dessen Ufer eine hohe Bergkette emporsteigt. Auf der gegenüberliegenden Seite schauen wir auf Berghänge die blühenden Gärten gleichen - ein besonders schönes Stück Natur.




Bei Utne überqueren wir mit der Fähre den "Hardangerfjord" nach Kvanndal und später geht es über die große Brücke bei Fyske.

Fähranleger in Utne ©Google Street View

Brücke bei Fyske

Bis Bergen ist es jetzt nicht mehr weit - also nehmen wir den Campingplatz "Hardanger Feriesenter" und haben jetzt für morgen einen guten Startpunkt nach Bergen hinein.

Hardanger Ferisenter ©

Hjelmeland - Norhamsund 240 km


Tag 5



Mit ganz oben auf unserer Norwegen-Wunschliste steht natürlich Bergen - eine der schönsten Städte Norwegens.
Nachdem wir unser Auto im Hanseviertel Bryggen abgestellt haben, sehen wir uns zuerst die schönen Norwegerhäuser in der Altstadt an.

Gamle Bergen ©

Am Hafen vorbei bummeln wir zum "Torget", wo wir uns auf dem großartigen Fischmarkt mit Leckereien - frisch aus dem Meer - versorgen. Die Preise sind nicht gerade preiswert, aber was soll's - so schnell kommen wir ja auch nicht wieder hierher.





Noch einmal durchs Zentrum - dann geht unsere Reise auch schon weiter.




Über eine große Brücke geht es hinüber nach Knarvik. Ständig geht es die E39 hinauf bis wir uns in einer Felslandschaft wiederfinden, deren Seen in Eis und Schnee erstarrt zu sein scheinen. Nach dem fast südländischen Bergen haben wir das so nicht erwartet. Bäume und Sträucher sind verschwunden - zu rau ist das Klima auf der Nordflanke dieser Berge.





Immer wieder fahren wir durch dunkle Tunnel, die oft unendlich lang durch die Berge führen. Später merken wir uns schon bei der Einfahrt die Länge einer solchen Unterwelt-Passage - denn es wird mit der Zeit zu einer Zerreißprobe für die Nerven durch diese feuchte Finsternis zu fahren ohne zu wissen, wann das Licht am Ende des Tunnels endlich wieder erscheint.

©Google Street View

Andere Reisende sehen wir kaum - da freut man sich schon über ein paar Schafe, auch wenn sie sich als rechte Wegelagerer herausstellen. Recht rabiat drängeln sie sich an unsere Vorräte heran - da hilft nur noch das schnelles Schließen des Kofferraums.




Bei Ytre Oppedal sind wir wieder auf Meeres-Niveau und mit der Fähre fahren wir über den Sognefjord hinüber nach Lavik.
Von einer Passhöhe geht es zur nächsten hinauf, um anschließend wieder hinunter zum nächsten Fjord zu fahren. Eingezwängt zwischen hohen Bergen begleiten wir Flüsse und Bäche auf ihrem Weg hinunter ins Tal.

©Google Street View

Einfach grandios ist diese stark zerklüftete Landschaft - ein ums andere mal sind wir überwältigt von diesen unvergesslichen Eindrücken.

Zerklüftete Landschaft zwischen Lavil und Stryn

Am späten Nachmittag finden wir einen Campingplatz in einem schönen Tal. Noch während wir unser Zelt aufbauen fallen tausende heißhungrige winzige Biester über uns her um an unser Blut zu kommen. Das Beißen & Stechen ist so unerträglich, dass mir mit wehenden Zeltschnüren diesen sonst so einladenden Ort wieder verlassen.



Begeistert von der großartigen Landschaft bauen wir eine gute Stunde später unser Zelt auf dem Platz von "Stryn Camping" auf. Einige der blutrünstigen Fieslinge haben es doch tatsächlich geschafft, sich im Innenzelt zu verstecken und mit hierher zu kommen - na denen haben wir es aber gegeben.
Dann lassen wir den tollen Tag ganz entspannt - Essen aus unseren Vorräten und eine Limonade und ein Bier - gemütlich ausklingen.

Nordhamsund - Stryn - 370 km


Tag 6

Einen der schönsten Ausblicke in Norwegen hat man sicherlich am "Geiranger-Fjord", Norwegens interessantester und bekanntester Fjord. Schroffe Felswände ragen hinauf, an denen sich imposante Wasserfälle hinabstürzen.
Über die Straße von Grotli fahren wir nach Geiranger. Dabei geht es durchs Gebirge, an Seen, Felswänden und Eisgipfeln vorbei. Auf halber Strecke erreichen wir die Passhöhe - dort geht es hinauf zum Gipfel des "Dalsnibba". Die Aussicht auf den Geirangerfjord ist dort einfach nur grandios.

Dalsnibba - Seit 2016 ein noch größeres Erlebnis mit der neuen Aussichtsplattform ©




In Geiranger angekommen starten wir unsere Fahrt zum berühmten "Trollstigen".
Mit ziemlicher Steigung und etlichen Haarnadelkurven geht es hinauf zur Passhöhe. Auch ein mächtiger rauschender Wasserfall ist Teil dieser faszinierenden Passstraße, die in vielen Bereichen einspurig und durchaus mühevoll und atemberaubend zu befahren ist.

Trollstigen ©




Nachdem wir den Trollstigen bezwungen haben - was tatsächlich eine gewisse Erschöpfung nach sich zieht - überlegen wir, ob wir noch bis Kristiansund weiterfahren wollen, oder ob die Begegnung des Trollstigen mit dem Romsdal der nördlichste Punkt unserer Reise sein soll.
Wir entscheiden uns für letzteres und biegen bei Andalsnes ins Romsdal ab.
Hier fahren wir durch ein langes schmales Tal, an dessen beiden Seiten majestätische Gipfel in die Höhe steigen. Neben und mit uns bahnt sich der Lachsfluss Rauma ebenfalls seinen Weg durch die wilde und wunderschöne Natur.
Bei Dombad biegen wir ins Gudbrandsdal ab und bauen auf der "Teftemo Tourist Station" bei Dovre unser Zelt auf.



Hier handelt es sich um eine schöne Ferienanlage mit einem tollen Gemeinschaftshaus. Und das Beste - heute Abend gibt es mal wieder ein Spiel der Fußball Weltmeisterschaft zu sehen - das schauen wir uns an!

Stryn - Dovre 300 km

Kommentare:

  1. Toll, und so zeitlos, HerBert. Als wir 2012 in Norwegen waren, sah es genauso aus (incl. Wetter...).

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    1. Nur die Mode Sonja - meine Tochter hat bei einigen Bildern nur zögerlich zugestimmt 😉

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  2. Was anderes, Du bist doch auch gern virtuell auf anderen Motorradblogs unterwegs... Diesen habe ich heute zufällig gefunden, vielleicht ist es auch was für Dich: https://weltenstromer.com.

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    1. Danke Sonja, die Seite ist toll - da gibt es wieder spannendes mitzuerleben!

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