Sonntag, 5. November 2017

Schottland in 8-Tagen - Tag 5/II

Schottlands „Wilder Westen“ -  Von Contin über die Applecross Halbinsel zum Eilean Donan Castle und nach Kinlochleven
Teil II - Von Applecross zum Tagesziel nach Kinlochleven


Eilean Donan Castle - Die Highlander Burg


Nachdem wir wieder aufgesessen sind, steigen wir auf den „Bealach na Ba Pass“ hinauf. Und der ist schon ein harter Knochen.
Der grobe, brüchige Belag scheint ohne große Planierungsarbeiten auf die Landschaft aufgebracht zu sein und die Kanten sind ziemlich bröckelig und ausgefranst.

Single track road



Einzigartig für Schottland sind die tollen Haarnadelkurven, die wir ja noch aus den Alpen kennen. Auch auf dem Bealach na Ba gibt es viele Passing Places, die hier auch dringend benötigt werden.
Die Strecke ist sehr schmal und zwei Fahrzeuge passen kaum aneinander vorbei. Wie auch auf anderen Single track roads klappt das Zusammenspiel mit den schottischen Autofahrern und uns auch hier wieder bestens – sehr zuvorkommend die Schotten :-)

Alpenfeeling

Passung place

Je höher wir kommen, umso diesiger wird es in den Wolkenfetzen durch die wir hindurchfahren – die Sicht geht teilweise nur bis zur nächsten Kehre. Was dahinter kommt ist nicht einmal zu erahnen.

Nebel am Pass


Wer hier hinauf fährt sollte sein Bike schon sicher beherrschen. Niedrige Steinmauern sind für „strauchelnde“ Biker oft der einzige Schutz vor dem Abgrund.

Steinmauern

Am View-Point auf dem Gipfel werfen wir noch einmal einen Blick zurück – und sehen in einer Wolkenlücke die „Isle of Skye“ hinter uns im Meer liegen.

Isle of Skye in der Ferne

Jetzt geht es an den Abstieg – und der ist im oberen Bereich schon eine große Nummer. Anfangs kann man überhaupt nicht einsehen, ob ein Fahrzeug entgegen kommt.


Es geht abwärts



Erst später ist die Strecke weiter einsehbar – aber da sind wir dann schon wieder mit den fantastischen Ausblicken hinunter auf die Fischfarm Russel und den Loch Kishorn beschäftigt :-)


Loch Kishorn


Fischfarm Russel

Nach den gewaltigen Eindrücken am Bealach na Ba geht es bei der Fahrt entlang des Loch Carrann wieder auf „Normalmaß“ zurück.





Jetzt noch die Fahrt in Richtung Loch Duich - dann liegt sie vor uns – die Highlander-Burg „Eilean DonanCastle“. Sie ist der Inbegriff der schottischen Ritterromantik. Ein Traum, einmal hier zu sein – oder :-)



Eilean Donan Castle

Die Gefährten schwärmen aus – ich bleibe bei meiner „X“ zurück. Nur ein paar ungestörte Minuten um den großartigen Anblick auf mich wirken zu lassen – mehr brauche ich nicht.


Die "X" und das Castle


Mystisch - Erinnerungen an "Highlander" - "Braveheart" - "Rob Roy"



Queen - Who Wants To Live Forever

Die andere Seite

Die lange Steinbrücke, die finstere Burg, die mystische Umgebung – schottischer kann Schottland kaum sein.


Belagerung ;-)



Bei Ratagan schweift der Blick in die Runde und bleibt an einer Gebirgsformation hängen – die „Five Sisters ofKintail“, die immer noch auf ihre Helden warten. Aber auch wir können die fünf Schwestern nicht erretten – wir haben ja leider keine Zeit für sowas :-)



Loch Cluanie, Loch Loyne, Loch Garry – es läuft richtig gut, wir kommen zügig voran.




Bei Invergarry biegen wir rechts in Richtung Fort William ab. Hier ist schon mehr Betrieb, denn alles, was nach Fort William oder Inverness unterwegs ist, kommt über die A82.



Bei Spean Bridge, am Caledonian Canal, steht vor dem spektakulären Hintergrund des „Ben Nevis-Bergmassivs“ das „Commando Memorial“.


Ben Nevis im Nebel

Drei Bronzesoldaten die in die Ferne blicken – zur Erinnerung an die Britischen Einheiten des Zweiten Weltkriegs.


Commando Memorial



Bevor es weitergeht ziehen wir vorsichtshalber die Regenjacken über -  Wind kommt auf, dunkle Wolken ziehen sich zusammen und es beginnt leicht zu nieseln.



Vom Memorial aus nehmen wir die wenig befahrene B8004 an der Westseite des Caledonian Canal mit seinen 8-Staustufen. Denn - was Fort Augustus hat - kann Fort William noch besser. Im spektakulären Schleusensystem „Neptune’sSaircase“ überwinden Freizeitkapitäne mit ihren Schiffen gleich acht Schleusentore hintereinander, bis sie ihre Fahrt auf dem Caledonian Canal fortsetzen können.
Nachdem wir in Fort William unsere Maschinen aufgetankt haben, durchqueren wir die Stadt auf der A82.


Fort William

Im Bahnhof von Fort William startet der legendäre „Jacobite SteamTrain“ seine Fahrt an die Westküste – nicht nur für Harry Potter-Fans ein großartiges Erlebnis. Der Name Jakobite leitet sich von den „Jakobiten“ ab – lange vor Harry Potter. Ziel der Reise ist das kleine Fischerörtchen Mallaig, von wo aus die Fähre zur Isle of Skye ablegt.
Auch die West HighlandBahn fährt zweimal am Tag die Strecke Glasgow – Mallaig und zurück – dann aber mit einer Diesellock.



Gegen 18 Uhr erreichen wir „Loch Leven“. Mystisch liegt der See in Dunst und Nebel vor uns und auch unser Quartier – "Tighna Cheo" - „Das Haus im Nebel“ – hält genau das, was es verspricht.


Loch Leven

Mystisch

Was in „Kinlochleven“ sofort auffällt sind die vielen Rucksacktouristen – Backpacker. Denn Rucksackwandern ist in Schottland sehr populär und der Ben Nevis und das Glen Coe sind nicht weit entfernt. Und dazu führt der beliebte West Highland Way mitten durch den Ort.


Kinlochleven

Das B&B macht einen sehr guten Eindruck und wir werden freundlich empfangen.



Die Zimmer sind top, der Aufenthaltsraum ist gemütlich und Getränke kann man sich aus dem Kühlschrank nehmen.




Gemütlich

Für unser Frühstück füllen wir schon mal einen vorgedruckten Zettel aus - dann geht es in den nächsten Pub, der nur wenige hundert Meter entfernt liegt – das schaffen wir glatt zu Fuß.





Das „The Tailrace Inn“ ist ein typischer schottischer Pub mit Dart, Billard, Musikbox und zahlreichen Einheimischen an der Theke.  
Das Lager-Bier schmeckt nach dem langen Tag super und die Burger sind hervorragend – hier könnte man länger bleiben ;-)




Was für ein toller Tag - der "Wilde Westen Schottlands" hat uns sehr beeindruckt!
Aber leider verlassen wir die Highlands morgen schon wieder – doch nicht ohne spektakuläre Eindrücke vom legendären Glen Coe und dem düsteren Rannoch Moor mitzunehmen.

Contin - Kinlochleven 320 km

Viel Spaß & tolle Touren
wünscht HerBert


Kommentare:

  1. Die "Highlander" Burg ist hat mich (trotz Touristenmassen) auch am meisten beeindruckt. Wie Du schon sagtest: schottischer geht's nicht. Euer Reisetempo ist ja atemberaubend, was Ihr so in dieser kurzen Zeit herunter gespult habt...

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    1. Tatsächlich kommt mir die Reise manchmal unwirklich vor - sooo viele Eindrücke in dieser einen Woche.
      Aber das Timing hat halt gut geklappt - jahrelange Erfahrung ;-)

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