Sonntag, 30. April 2017

Die "X" und der Kettenöler "Cobrra Nemo 2"


Ich bin richtig begeistert – meine "X" hat jetzt einen Kettenöler :-)

Wenn es eine simple und einfache Lösung für ein Problem gibt, ist mir diese eigentlich immer lieber als das komplizierte und meist teurere Gegenstück dazu.


Überschaubar: Gehäuse - Schlauch - Kabelbinder - Halter - Führungsteil

Die Kettenpflege ist etwas, das beim Motorradfahren wirklich keine Freude macht. Man kriecht auf dem Boden herum, sprüht die Kette mit einem klebrigen Spray ein – und 300-500 Kilometer später befindet man sich schon wieder bei dieser lästigen Tätigkeit.
Mega unpraktisch wird es dann auf Reisen. Wenn man pro Tag ca. 300 Kilometer unterwegs ist und auch die Witterungsverhältnisse nicht so günstig sind, wird das Nachfetten schon so richtig lästig.

Und erst die hin und wieder fällige Kettenreinigung – ein Graus.

Bei meiner ersten Vogesentour mit Rainer gab die Kette meiner damaligen ZR-7S mit der Zeit immer lautere "Klingelgeräusche" von sich. Ich habe doch glatt vergessen Kettenspray mitzunehmen. Und die Möglichkeiten, in den Vogesen an Wochenenden an Kettenspray zu kommen,  sind nicht so besonders gut. So langsam nimmt das Kettenrasseln auch schon besorgniserregende Ausmaße an.
Rettung gibts, mitten im "Nichts", von einem Werkstattwagen einer Niederländischen Bikergruppe. Eigentlich handelt es sich um mit Kardan angetriebene BMW-Maschinen, aber nach längerem Suchen findet der Mechaniker noch eine Sprayflasche mit einem letzten Rest Kettenöl. Großzügig sprüht er mir die Kette ein und schenkt mir anschließend die Flasche – sowas brauchen die nicht mehr an ihren Maschinen.

Kardanantrieb – das wäre ja dann die Lösung. Aber da ist dann auch gleich eine ganze BMW mit dabei – nicht das Schlechteste – aber das kostet natürlich.

Natürlich kann man Kettenantriebe auch anders schmieren, als mit einer Sprayflasche in Bodennähe herumzukriechen.
Kettenöler heißen diese coolen Anbauteile, die das lästige Schmieren der Kette für uns übernehmen. Auf dem Markt sind ja mehrere Systeme vertreten, der Bekannteste unter ihnen ist wohl der Scottoiler.

Längst hätte ich mir ja auch schon solch ein Teil zugelegt, nur war mir die Installation zu schwierig, die Montage in der Werkstatt zu teuer und die Funktion ist in diversen Foren auch nicht ganz unumstritten.

Und dann lese ich im Honda-NC-Forum einen Erfahrungsbericht im "Kradblatt" über den Kettenöler "Cobrra Nemo 2" – Durchweg positiv!



Also habe ich mir einen "Cobrra Nemo 2" bestellt, montiert  und bin begeistert.

  • Die Kosten für den Kettenöler liegen bei ca. 100€
  • Die Montage des Gehäuses am rechten Halter der hinteren Fußraste und des Führungsteils an der linken Schwinge ist unkompliziert und schnell erledigt.
  • Die Bedienung und die Funktion sind einfach und störungsfrei.

Das "Problem" Kette ölen gibt es nicht mehr für mich.


Wie funktioniert der"Cobrra Nemo 2"?

Keine Verkabelung komplizierter Elektronik oder Anschluss an den Unterdruck des Motors  also kein Eingriff ins Bike-System.

Nur das Gehäuse an einer geeigneten Stelle montiert, den Schlauch verlegt und mit dem Halter das Ende des Schlauchs zum Kettenrad geführt.



Für die erste Befüllung dreht man das Gehäuse ganz nach unten, füllt das Öl bis zum oberen Rand ein und dreht das Gehäuse langsam gegen den Uhrzeigersinn nach oben, während man weiterhin Öl nachfüllt. Dann mit dem Deckel verschließen und, nur bei der Erstbefüllung, das Gehäuse eine halbe Umdrehungen im Uhrzeigersinn drehen  fertig.
Für ca 5.000 Kilometer hat man jetzt (24ml) Kettenöl an Bord.



Nach jedem Tanken  250-300 Kilometer  drehe ich das Gehäuse des Nemo 2 eine 4tel Umdrehung im Uhrzeigersinn. Dadurch verringert sich das Volumen des Gehäuses und innerhalb der nächsten 3 Minuten wird eine kleine Menge Öl auf das Kettenrad gedrückt. Durch die Fliehkraft wandert es an den Zahnkranz und von dort auf die Kette.


Schlauchhalter mit doppelseitigem Klebeband vormontiert und mit Kabelbinder befestigt
Bei dem, was ich sonst für meine"X" so mache, ist das Ölen der Kette jetzt das reinste Kinderspiel ;-)



Aus Erfahrung ölt man bei Regen einmal öfter und hin und wieder streicht man mit einem leicht öligen Lappen an den Seitenflächen der Kette entlang - das macht man bei jedem anderen Kettenöler auch.



So einfach kann Kette schmieren sein :-)

Als Schmiermittel wird Getriebeöl 80W-90 empfohlen, ca. 12 €/L
Viele Biker benutzen erfolgreich mineralisches Kettensägenöl. Der Literpreis liegt bei ca. 4 € und reicht für viele tausend Kilometer.

Dass ich überhaupt zum Kettenöler meiner Wahl gekommen bin verdanke ich "Echte_Liebe" - der den entsprechenden Beitrag ins Honda-NC-Forum gestellt hat - und allen, die dort ihre Erfahrungen gepostet haben.



Viele Spaß & tolle Touren
wünscht HerBert
der sich schon aufs nächste Tanken freut :-)


Sonntag, 23. April 2017

"Burg Wilhelmstein"

Februar 2017 - Kleine Sonntagmorgen-Runde


Ein Blick auf Google Maps zeigt, dass die Burg Wilhelmstein gerade mal 35 Kilometer entfernt liegt - war mir so noch nicht bekannt - ist aber genau richtig für eine kleine Sonntagmorgen-Runde.

Über Randerath und Geilenkirchen geht es nach Übach-Palenberg. An einer Ampel steht mir dort ein PKW gegenüber, dessen Fahrerin, nachdem wir Grün bekommen, zügig nach links abbiegt. Einem Zusammenstoß entgehe ich nur durch ein intuitives Ausweichmanöver. Die junge Fahrerin ist sichtlich betroffen – und ich atme einmal tief durch. Nach Polle an der Weser ist das meine zweite „Fast Frontal-Begegnung“ mit einem vor mir abbiegenden PKW.

Beim Sicherheitstraining mit "Hütchen umfahren" wirkte das nicht sooo gefährlich :-(

Auch hier hilft wahrscheinlich nur „Vorausschauend fahren“ und – „Immer auf das Weiße im Auge des Gegenüber achten“ ;-)

Über Rimburg fahre ich ein Stück durch die Niederlande – hier sieht alles so schön anders aus – dann geht es bei Herzogenrath wieder auf die deutsche Seite.

Am Kreisverkehr in Pley geht’s links, noch mal rechts – dann gibt es auch schon Hinweisschilder zur Burg.




Die Ruine der „Burg Wilhemstein“ im Tal der Wurm liegt in Bardenberg, einem Stadtteil von Würselen, in der Region Aachen. Die Freilichtbühne ist von Mai bis September ein beliebter Veranstaltungsort für Konzerte, Kabarett, und Kino.



Jetzt aber liegt alles in idyllischer Ruhe. Einmal kurz abstiegen, am verschlossenen Tor rütteln und einmal halb umfahren. Sieht interessant aus – kann man mal hinfahren.




Mächtig reckt sich schon die ganze Zeit der „Wasserturm von Bardenberg“ in die Höhe – kein Wunder – ist er doch mit seiner grünen Kappe ein markantes Wahrzeichen von Bardenberg.




Vorbei am Heilig-Geist-Gymnasium Broichweiden geht es zum „Anna Park“ in Alsdorf.




Nach der Stilllegung der Grube Anna entstand hier ein neues Wohngebiet im Schatten der alten Förderanlagen.



Alsdorf war mir bisher nur durch einige Besuche der Stadthalle, mit dem Musical "Gaudi" und anderen kulturellen Leckerbissen, bekannt. Dass es hier auch noch die „Alsdorfer Burg“ zu besichtigen gibt, war mir nicht bekannt. Einmal umfahren beeindruckt die Burg aus dem frühen 18. Jahrhundert mit ihrer in tiefem Rot gehaltenen Farbe.





Über Baesweiler, Lindern und Brachelen treibt mich dann der Hunger wieder zurück nach Hause :-)

Sonntagmorgen-Runde Burg Wilhelmstein 82 Kilometer

Viel Spaß & tolle Touren

wünscht HerBert ;-)


Sonntag, 16. April 2017

Rund um den bunten "Pott"

März 2017 - Mowwe der Hof



Große Industriegebiete, alte Zechen-Siedlungen, Hochöfen und Krupp-Stahl – das sind die Erinnerungen aus meiner Kindheit, wenn wir zu unseren Verwandten ins Ruhrgebiet – in den Kohlenpott fuhren.
Nach und nach hat sich dort nicht nur die Luft von Schwefel-Gelb nach Himmel-Blau geändert, auch die Landschaft an der Ruhr wurde grüner und der Pott immer vielfältiger und bunter.
Einen maßgeblichen Anteil an den interessanten und außergewöhnlichen Bauwerken im Ruhrgebiet, haben die „Landmarken“ und die Industriekultur des Ruhrgebiets.
Schon einmal waren wir mit unseren Bikes mitten im Pott – 2010 auf der Tour „Komm zur Ruhr“. 10 außergewöhnliche Denkmäler der Industriekultur lagen damals an unserer Strecke, darunter auch die Zeche Zollverein in Essen, die Luisenhöhe ebenfalls in Essen, der Duisburger Innenhafen, das Schiffshebewerk Henrichenburg und der Gasometer in Oberhausen.
Damals eine Tour, die uns die gewaltige industrielle Leistungskraft des Ruhrgebiets erahnen ließ.
Irgendwie stieß ich vor einigen Jahren auf „Mowwe der Hof“. War es nun der Name, das rote Haus oder die hausgemachten Reibekuchen - ich weiß es nicht mehr so genau. Aber eine Tour dorthin hatte ich damals schon geplant.

Heute geht es also noch einmal ins Ruhrgebiet – besser gesagt – rund um den „Bunten Pott“.
ThomasK und ich treffen uns bei Birgit & Thomas, dann geht es zu Polo, wo Christine & Günter und Rainer zu uns stoßen.
Heike ist heute ohne Helmut dabei – das Spiel mit dem Schläger und dem kleinen leichten Ball ist seine Leidenschaft ;-)



Es könnte losgehen – wenn da nicht ein Defekt an einem Fahrlicht wäre. Ist ja eigentlich kein Problem eine neue Lampe bei Polo zu kaufen und sie schnell  mal auszutauschen. Ist es aber doch – nach einer halben Stunde und 3 verschlissenen „Monteuren“ :-) geben wir auf  wir bekommen die Spannklammer einfach nicht wieder montiert. Muss es halt so gehen ;-)




Fehlt noch Ute – für sie gibt's den Abholservice in Düsseldorf Süd am Park-Inn by Radisson :-)





Dann geht es über die A46 bis Haan Ost und von dort über Land zum „Cafe Hubraum“. War ja klar – ganz schön viel Betrieb auf der Strecke. Aber ich wollte das ja alles einmal mit eigenen Augen sehen – denn die „Klingenstadt-Solingen“ hat auch einiges an Industriekultur zu bieten. Nicht wenige der Firmennamen, die groß und stolz über ihren Eingangsportalen prangen sind immer noch ein Begriff.
Unvermittelt liegt der „Haribo-Werksverkauf Solingen“ vor uns. Der Solinger Fabrikverkauf bietet alles an Produktneuheiten, Klassikern oder auch Fan-Artikeln – hier gibt es alles was das Haribo-Herz begehrt.




Noch ist nicht viel los beim „Cafe Hubraum“.





Die Bikes schön in Reihe abgestellt und rein zum Kaffee-Fassen.




Ist schon eine tolle Atmosphäre hier an der Wupper mit Sandstrand – da sollte man doch mal öfter hinfahren.





Ab geht’s ins Bergische – tolle Kurven in bezaubernder Landschaft. Wir durchfahren romantische Ortschaften mit idyllischen Fachwerkhäusern und schöne Täler mit unzähligen Bächen und Flüssen. Cronenberg, die Olper Höhe, die Herbringhausener Talsperre, Keilbeck, Ennepetal, Hagen, Schwerte und Wickede liegen an unserer Strecke.












Vorsichtshalber habe ich beim Bauernhof-Cafe einen Tisch für uns bestellt, mit neun Personen ist das schon angesagt. Da wir den genannten Zeitpunkt aber nicht einhalten können, gibt es einen kurzen Telefonstopp und schon ist alles wieder in der Zeit ;-)




Eine halbe Stunde später ist Lanstrop erreicht. Noch einmal biegen wir rechts ab und schon rollen wir auf den Hof des roten Hauses.
Thomas und ich sind uns einig - bisher hatten wir wirklich tolle Strecken auf unserer Tour - nur die vielen Tempo 50 Beschränkungen auf Landstraßen sind schon ungewöhnlich :-(







„Mowwe der Hof“ liegt in Dortmund-Lanstrop, mitten in einem Landschaftsschutzgebiet. Man könnte sich schon vorstellen, dass Fuchs und Hase sich hier „Gute Nacht“ sagen :-)




Bei dem schönen Wetter ist die Außenterrasse natürlich gut besucht – nur noch der für uns reservierte Tisch ist frei. Viele Radfahrer nutzen die schöne Lage, mit Blick auf die grasenden Kühe und Pferde auf den Weiden, für eine Pause auf ihrer Tour. Und Straßenverkehr gibt es hier natürlich auch nicht – nur ein Traktor mit Heu kommt hin und wieder vorbei.
Da wir uns die Speisekarte natürlich schon im Internet angesehen haben, ist die Bestellung schnell erledigt. Reibekuchen mit Apfelkompott und Reibekuchen mit Lachs sind die Renner ;-)




Gut eine Stunde später steigen wir gut gestärkt auf unsere Bikes – auf geht’s zum Schiffshebewerk Henrichenburg.




In Lünen verlieren wir uns kurzfristig innerhalb einer Straßensperrung mit Umleitung, aber kurze Zeit später sind wir wieder vollzählig – unser Team ist eben gut organisiert ;-)




Es geht vorbei am Trianel Kohlekraftwert Lünen, über den Datteln-Hamm-Kanal und durch Waltrop zum „Schiffshebewerk in Henrichenburg“.






Hier legen wir am Café-Restaurant „Kortmann“ einen kurzen Stopp ein – 2010 waren wir schon einmal hier. In Erinnerung sind uns noch die tollen Kuchenstücke, die uns auch heute aus der Kuchenvitrine anlachen – Grund genug, noch mal auf einer extra „Tortentour“ hierher zu kommen :-)





Nach der Überquerung des Rhein-Herne-Kanals fahren wir einen nördlichen Abstecher über Datteln nach Haltern am See.






Auf der Strecke in Richtung Halten am See steigern sich nochmals die Stecken mit Tempo 50 - wohlbemerkt auf gut ausgebauten Landstraßen. Über die Zusatzschilder "schlechte Wegstrecke" höre ich im Vorbeifahren laut den "Amtsschimmel" wiehern.




Von Haltern am See geht es  dann westlich über Dorsten, Hünxe und Voerde.
Hier fahren wir praktisch mitten durch das Steag-Kraftwerk Voerde.








Anschließend südlich: Walsum, Marxloh und dann Bruckhausen mit beeindruckender Schwerindustrie.




Über die Dammstraße erreichen wir Duisburg-Ruhrort, das letzte Ziel unserer Rundreise um den Pott.
Mit der Rolle des „Horst Schimanski“ hat der 2016 verstorbene "Götz George" Fernsehgeschichte geschrieben. Ihm zu Ehren hat die Stadt Duisburg eine kleine Gasse nach ihm benannt – die "Horst-Schimanski-Gasse". Grund genug, dort einmal vorbeizuschauen.
Die Bikes stellen wir auf dem Platz vor der Schifferbörse Duisburg-Ruhrort ab.




Von hier geht es ein paar Stufen hinunter und schon sind wir am Kai des Vinckekanals. Direkt vor uns liegt das Museumsschiff  „Oscar Huber“, das ab Mitte April besichtigt werden kann.





Ein Stückchen weiter liegt die Kneipe am Hafen – „Zum Hübi“ – eine Szenekneipe mit interessanten Ausblicken auf den Hafen, auf ein Hotelschiff, das sich geraden für die Weiterfahrt fertig macht und auf die Friedrich-Ebert-Brücke.
Wir sitzen in der Abendsonne und genießen die Atmosphäre  hierher komme ich ganz bestimmt noch einmal zurück :-)








Von hier aus hat man auch den Einblick in die Horst-Schimanski-Gasse. Immer wieder kommen Tatort-Fans zur Gasse, schießen ein Foto oder stellen sich in Pose für ein Selfie. Einer hat sogar ein ausgedrucktes Tatort-Logo dabei ;-)





Schimmi-Gasse in Häkel-Ausführung


Ein letzter Aufbruch – zwischen den Brückentürmen  der „Friedrich-Ebert-Brücke“ hindurch überqueren wir den Rhein und erhaschen im schwindenden Tageslicht noch einen letzten Blick auf die Skulptur-Steele „Rheinorange“, die die Mündung der Ruhr in den Rhein markiert.



> Rheinorange



Tourverlauf Polo - Duisburg-Ruhrort - ca. 250km


Tourverlauf Hückelhoven - Hückelhoven



Viel Spaß & tolle Touren
wünscht HerBert :-)