Sonntag, 17. April 2016

"Deichland"

02.04.2016 - Wo der Rhein zur Waal wird


Ich habe mich schon früher gefragt, wo der Rhein, der große Deutsche Strom, eigentlich in die Nordsee mündet. Da müsste er ja wohl irgendwo enden.

Und da gab es die große Überraschung - der „Alten Vater Rhein“ mündet überhaupt nicht in der Nordsee. Er verschwindet einfach beim Grenzübertritt in die Niederlande von der Landkarte :-o

Also, nicht so wirklich ist da plötzlich das Wasser weg, aber DEN RHEIN gibt es dann nicht mehr – ER heißt dann "DIE WAAL".

Ist doch schon ein wenig traurig ….. UNSER RHEIN :-|

Aber eigentlich ist er ja auch garnicht „UNSER“ Rhein - wird er doch in der Schweiz geboren ;-)

Immerhin haben die Niederländer dann doch einem kleinen Nebenarm den Namen „Nederrijn“ gelassen :-)

Und dieser „Nederrijn“, der dann später auch noch den Namen Lek bekommt, mündet ebenso wie die Waal irgendwo in der Gegend von Hoek van Holland in die Nordsee.

Es wird erzählt, dass die Waal durch zwei Brüder, beide waren Riesen, entstanden sei. Vor langer Zeit haben sie in der Schweiz angefangen den Rhein zu graben. 100 Jahre später kamen sie in Lobith an, dort zerstritten sie sich. Von da an ging jeder seinen eigenen Weg, der jüngere Bruder grub weiter am Rhein, der Ältere schuf die Waal.

Über die Deiche von Waal und Nederrijn schauen wir uns das mal selber an, wie der „Rhein zum Waal wird“ :-)




Samstagmorgen und es geht nordwärts. In die Richtung fahren wir eher selten und so brauchen wir auch andere Treffs als die üblichen.







Mit unseren Freunden Thomas & Birgit, Paul & Mary, Rainer und ThomasK aus dem Erkelenzer Raum treffen wir uns vor einem Bauernhof in Tüschenbroich. Paul & Mary sind heute seit längerer Zeit wieder mit uns unterwegs - wir kennen uns schon aus B57er Bikerzeiten - das ist schon wie Familie ;-)






Und aus Neuss und Mönchengladbach kommen am P&R Niederkrüchten Ute, Christine und Günter und Helmut zu unserer heutigen Gruppe dazu.




Um unseren ersten Stopp in Deichnähe zu erreichen geht es zügig über Die B221 bis Goch und dann über die B504 nach Kranenburg.





Dort erwartet uns das Café am Markt, die "Bäckerei Derks" Um 11 Uhr ist hier schon richtig was los.



Das Café ist gut besetzt, die Laufkuntschaft gibt sich die Klinke in die Hand und wir lassen uns so tolle Angeboten wie "Start in den Tag" gut schmecken.



Birgit hat gut lachen -



hat sie was vergessen - Thomas bringt es ihr schon :-)



Hinter Kranenburg haben wir jetzt das richtige Gefühl von Niederrhein. Flaches Land, kleine Sträßchen, Gräser, Wasserlandschaften, Schilf, Reetgedeckte Häuser, weit entfernte Bauernhöfe.





Und natürlich Deiche. Deshalb sind wir ja hierhergekommen.






Also geht es in Millingen aan de Rijn gleich hinauf auf den Deich - und da liegt er vor uns, der Rhein.






Noch ist er ungeteilt und heißt hier in Millingen, als einzigem Ort in den Niederlanden, auch noch Rijn.




Ein paar hundert Meter weiter sehen wir dann schon die Stelle, wo er sich in seine Mündungsflüsse Waal" und Lek - der zunächst noch Nederrijn heißt - aufteilt.






Kilometerlang fahren wir auf der linken Waal-Seite auf dem Deich entlang. Dabei begegnen wir großen Transportschiffen, die mit ihren Ladungen in beiden Richtungen unterwegs sind.






Wir nähern uns Nijmegen und der großen "Waalbrug", auf der wir den Fluss auf einer Gesamtlänge von 604 Metern überqueren.





An des Fachwerkgeflecht der Stahlbogenbrücke habe ich noch Kindheitserinnerungen, als wir mir dem VW-Käfer meiner Eltern dort hinüber fuhren und ich das Schild "Waal" las. Hat mich damals beeindruckt, dass ein Fluss Waal heißen kann. Puh, ist das schon lange her!





Kurz hinter der Brücke schätze ich TomToms Anzeige auf dem Bildschirm falsch ein und wir müssen demnächst wenden. Das macht TT dann sehr elegant, er ist ja immerhin hier in den  Niederlanden zu Hause :-) 





Rechts abbiegen, im nächsten Kreisverkehr wenden - mein komplettes Team winkt mir auf der Gegenseite zu - dann einmal links und einmal rechts - und wir sind wieder auf der richtigen Bahn.





Oh Schreck, bei der Aktion haben wir an einer der großen Ampelanlagen unser Team ab Ute verloren. Ans Anhalten und Warten ist ist bei dem Gewusel nicht zu denken. Aber, da die Tourdatei auch auf Utes TT läuft, sehe ich sie schon bald wieder hinter uns fahren - den Rest der Truppe im Gefolge.







Nun geht es viele beeindruckende Kilometer auf der rechten Flussseite entlang.






Schon notiert für einen nächsten Besuch.




Die Rhein-Deiche zwischen Wesel und Emmerich haben mich bisher auch schon sehr beeindruckt - die Deiche der Waal setzen da noch einen drauf - so viele Deiche bin ich noch nie gefahren.







Freundlich gegrüßt - Biker aus den Niederlanden.





Bei Ochten verlassen wir die Waal und fahren nördlich hinüber zum Nederrijn, den wir hinter Kersteren erreichen.






Das ist nun kein Vergleich zur großen Waal. Der Nederrijn fließt da eher klein daher, ohne große Schiffe und ohne beladene Kähne.






Dafür ist das Land vor und hinter dem Deich von landschaftlicher Ruhe und Schönheit geprägt.






Wildgänse und Möwen gleiten nah über uns hinweg - begleiten uns sogar ein Stück unseres Weges ;-)





Und Storchenland ist das hier.






Mehrere der großen runden Nester sehen wir bei den oft mit Reet gedeckten Häusern auf hohen Stangen stehen.





Ein Storch gleitet majestätisch durch die Luft - ein toller Anblick, den wir zuletzt in den Vogesen hatten.




Wir verlassen den Nederrijn in Richtung Eck en Wiel und sehen schon unser nächstes Ziel - einen einsamen Bauernhof in der weiten Landschaft - "Herlijkheid Eck en Wiel" - Köstlichkeiten aus Eck en Wiel.






 "Herlijkheid Eck en Wiel" ist der wahrgewordene Traum von Willem en Loes van Beekhoff.




Auf ihrem Landgut bieten sie in ihrem Hofladen eigene landwirtschaftliche Erzeugnisse,Produkte aus der Region und Fairtrade Produkte an.



Selbstgemachte Marmeladen, Honig, Obst und Gemüse - sowie Tees, Kaffee, Blüten in Tütchen und sonst noch viele Kleinigkeiten als Mitbrinsel und kleine Geschenke.



Für einen Kaffee oder Tee mit "Omas selbstgebackenen Kuchen" findet man hier immer genügend Muße und Zeit.



Für eine hausgemachte Suppe oder kleine  selbstgemachte Spezialitäten braucht es ein wenig mehr Zeit. Da kann man sich auch gerne vorher mit einem kurzen Telefonat anmelden - dann klappt das schon - denn hier wird noch alles selbst zubereitet - ist alles privat und sehr gepflegt - und man wird freundlich bedient.



Weiter geht's durch Gelderland und durch beschauliche Orte wie Maurik und Medel in denen einen gleich der Niederländische Charm umfängt.



Dann über die "Prinz-Willem-Alexander-Brücke" sind wir wieder zurück auf der anderen Flussseite, im Land zwischen Maas und Waal.



So weit man sehen kann werden hier die Anbauflächen intensiv für die Landwirtschaft genutzt.



Da muss man auch schon mal ein paar Minuten warten, weil der Bauer mit einer großen Güllepumpe eine dunkle, intensiv riechende Flüssigkeit, durch einen kilometerlangen Schlauch auf seine Felder verteilt.



Aber natürlich legt er für uns eine kleine Pause ein und nachdem der große Schlauch drucklos in sich zusammenfällt können wir gefahrlos darüberfahren und unsere Reise fortsetzen.



Was man so alles erlebt - das war ja ein cooler Verein, der uns auf dem Motorrad stehend und winkend entgegenkam. Muss ich demnächst auch mal machen :-)



Bei Maasbommel :-) erreichen wir die Maas.



Hier sind es nicht mehr die großen Schiffe, die den Fluss befahren, sondern Segel- und Motorboote. 



Der Jachthafen ist gut belegt, auch die Saison der Freizeitkapitäne hat längst schon wieder begonnen. Restaurants, Cafés und sehenswertes - alles ist reichlich vorhanden.



Bei der Dampfmaschine werden wir noch einmal nachschauen.



Und auch das Café in der alten Windmühle besuchen.



Schwimmenden Ferienhäuser auf der Maas.



Da ich die falsche Abbiegung genommen habe, nutzen wir den Wendepunkt gleich als -



- Erfrischungsstopp im Grenzwald



Die Niers, unser kleiner heimischer Fluss, mündet bei Gennep in die Maas. 2013 folgten wir ihr von der Quelle bis zur Mündung - "NiersEnd"
In Gennep lockt die historische Altstadt mit dem alten Rathaus viele Besucher in den kleinen Ort. Da es aber schon auf 16 Uhr zugeht, werden so langsam die Geschäfte geschlossen und wir haben das beschauliche Städtchen fast für uns alleine.



Aber natürlich gibt es in der Brasserie "`t Geveltje" noch einen leckeren Kaffee für uns.



Auf der Terrasse sitzt man mitten im bunten Treiben der kleinen Stadt an der Niers.



Zurück auf dem kostenlosen Parkplatz an der Kloosterstraat verabschieden wir uns schon einmal körperlich :-) voneinander, denn nachdem wir Venlo hinter uns gelassen haben trennen sich unsere Wege in Richtung Neuss, Mönchengladbach und Erkelenz/Hückelhoven. In Brüggen tanken wir noch einmal auf und in Tüschenbroich verabschiede ich mich nach Hause.



Das Wetter war nicht so ein toller Frühlingstag, wie schon Tage vorher von den Wetterfröschen angekündigt. Aber es war eine tolle Ausfahrt mit so vielen Deichen, wie ich sie bisher noch nicht gefahren bin.

Vielen Dank an meine Gefährten für einen fröhlichen und schönen Tag auf den Deichen von Waal, Nederrijn und Maas und in Kranenburg, Herlijkheid Eck en Wiel und Gennep.

Mit Paul & Mary hat es natürlich auch bestens im Team geklappt - das können wir gerne wiederholen ;-)


Und was wäre der (das) Blog ohne Birgits Bilder - hast du wieder toll gemacht :-)


Einen Link zur Tourdatei gibt es unter "Westward's Deichland"


Viel Spaß & tolle Touren

wünscht
HerBert :-)



Kommentare:

  1. Mensch HerBert,
    auch uns hat es wieder sehr gut gefallen, mit dir und den Deichen:-)
    Es war eine schöne,entspannte Tour mit einem tollen Team!
    Danke dafür🙌
    Lg Thomas und Birgit

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  2. Ja dann wollen wir doch gleich die nächste Tour in Angriff nehmen - die für schwindelfreie ;-)
    Lg an euch Beide

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  3. Wieder einmal toll geschrieben und dank Birgit mit Bildern bestückt, so kann man die ganze Route noch einmal im Gedanken nachfahren. Die Landschaft hat schon was tolles, es war der Rhein/Waal, aber ich hatte das Gefühl ein bisschen an der Nordsee zu sein. Die Häuser, teilweise reetgedeckt, und das man die ganzen Deiche befahren darf, war für mich auch neu. Ich freue mich auf´s nächste Abenteuer mit den Gefährten
    Danke an Alle die mitgefahren sind LG Ute

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  4. Und da heißt es doch immer, "Wer die Waal hat, hat die Qual!". Bei Deiner Tour glaube ich aber eher an ungetrübte Freude! Ich glaube, da muss ich auch mal hin!

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