Sonntag, 27. September 2015

"Champagnerland" - Mal sehen, wo der Champagner wächst II


Juni 2015 – Tag 1 - „Durch die Ardennen bis in die Champagne“


Der Morgen ist freundlich, so als möchte er uns eine gute Reise wünschen. Und tatsächlich begleitet uns die strahlende Sonne während der ganzen Zeit auf unserer Reise in die Champagne – Echt toll von Ihr :-)

Noch stehe ich hier - „in aller Herrgotts Frühe“ - alleine auf dem Pastor-Bauer-Platz in Hückelhoven Baal und warte auf meine Gefährten

Na ja, so ganz alleine bin ich hier dann auch wieder nicht.
Jede Menge Kids warten auf ihre Busse, die sie zu ihren Schulen fahren sollen.
Das nenne ich mal früh aufstehen - Ute ;-)

Kurz darauf treffen auch schon Thomas & Birgit, Christine mit Günter und ThomasK hier ein


Ute sammeln wir etwas später am P&R Aldenhoven an der A44 auf und damit ist unser Champagner-Team komplett

Es ist die "Nun-lasst-uns-endlich losfahren" Stimmung, die uns nun wieder erfasst.
Den linken Arm in die Höhe, die Hand mit dem gestreckten Zeigefinger kreist in der Luft - die Gefährten starten ihre Maschinen - endlich geht sie los, unsere Fahrt in die Champagne.
Vor uns liegen gut 500 Kilometer in einem bunten Mix aus Autobahn, Nationalstraßen, Landstraßen, Stadt- und Dorfstraßen. Ein straffer Plan sagt uns jederzeit, ob wir noch gut in der Zeit liegen – und ob wir unser Ziel in der Champagne auch um 18 Uhr erreichen werden


Unseren ersten Stopp halten wir kurz vor La Roche-en-Ardenne


Die Gegend um La Roche ist einfach nur toll und ich freue mich immer wieder hier zu sein


Schöne Erinnerungen habe ich an den kleinen Touristenort, der so romantisch im Tal der Ourthe liegt


Wir kommen sehr gut voran, in den Ardennen sind wir heute fast alleine unterwegs


Nach ca. 170 Kilometern halten wir in Saint Hubert und füllen unsere Tanks bis zum Rand auf


Nun sind unsere Bikes wieder für die nächsten 250 km versorgt


"Rochehaut" - Ein Sternekoch und sein Heimatdorf


Frahan und die Schleife der Semois


Mouzaive-sur-Semois


Vresse-sur-Semois


Kanufahrten sind auf der Semois das große Abenteuer


Weiter geht es durch die Ardennen mit verträumten Weilern und bezaubernde Landschaften am Laufe der Semois


Ein interessantes Café – es hat so etwas von einer „Schmuggler-Kneipe“ ;-)


Wir kommen aus tiefen Ardennen-Wäldern, biegen rechts ab und halten in Pussemagne, 
200 Meter vor der französischen Grenze


Fahrzeuge aus drei Nationen :-)
Linker Hand liegt ein Café in der Häuserzeile, rechts gibt es, 
neben der aus Naturstein gebauten Kirche, Parkmöglichkeiten für unsere Bikes


Hier sitzt man direkt an der Straße vor dem Bistro und der Chef des Hauses fragt nach unseren Wünschen
Ce que ce sera?


Auf unseren Wunsch nach Cappuccino oder Latte macchiato gibt es jedes Mal die freundliche Antwort
No,  Café! ;-)


Kurz darauf bekommen wir jeder eine Tasse mit einem aufgesetzten Filter. Das macht Spaß und schmeckt hervorragend


Während wir hier sitzen und unseren Filterkaffee und die fremde Umgebung genießen, kommen am laufenden Band Kunden von der französischen Grenze herüber, grüßen uns freundlich, gehen ins Bistro und kommen mit reichlich Zigaretten- Stangen wieder heraus


Als wir später drinnen unseren Kaffee bezahlen, staunen wir nicht schlecht.
Der ganze Raum ist übervoll mit Stangen aller Zigarettenmarken


Weiter geht es, nun auf französischen Straßen, an Charleville Mézières vorbei, nach Reims, 
die Hauptstadt der Champagne


Hier sind der Weinbau, das Christentum und Kunst und Kultur eng miteinander verbunden


Am Randgebiet der größten Stadt der Region halten wir noch für eine kurze Rast,
bevor wir weiter hinein ins Zentrum fahren


Unsere Tour durch die Innenstadt von „Reims“ führt uns vorbei an vielen eindrucksvollen und bemerkenswerten Gebäuden


Ein nobles Flair umgibt die historischen Gebäude, Plätze und Avenues,
die mit geschäftigem Treiben erfüllt sind


Alteingesessene Champagner-Kellereien wie Pommery und Mumm sind hier zu Hause


Natürlich besuchen wir auch die größte Sehenswürdigkeit der Stadt - die ab 1211 erbaute „KathedraleNotre-Dame“


Sie ist ein Meisterwerk der Gotik und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe


Eindrucksvoll ist die Fülle der plastischen Darstellungen, besonders die Figuren der 56 Könige 
unter der Rosette der Westfassade


Unter Engeln :-)
Interessant, hier zu stehen und daran zu denken, dass in vergangenen Jahrhunderten in dieser Kathedrale 
nicht weniger als 25 französische Könige gekrönt wurden


Eines der vielen tollen Bilder, die Birgit von ihrem Soziasitz aus "geschossen" hat.
Dank der Vorplanung mit Street View haben wir hier einen langen Blick auf die Kathedrale und finden 
schnell und zielstrebig den "ausgespähten" Stellplatz für unsere  Bikes


Von dort aus sind es nur ein paar Schritte,
die wir noch geradewegs auf das eindrucksvolle Gebäude zugehen


Danke ThomasK, dass du der Wächter und Hüter unserer Rösser warst ;-)


Von Reims aus geht es über die „Montagne de Reims“ nach Épernay, die „Hauptstadt des Champagners“


Zuerst führt uns aber ein kleiner Schlenker in östlicher Richtung durch die Weinberge 
und hübsche Champagnerdörfer

Klingende Namen wie Rilly-la-Montagne, Chigny-les-Roses und Ludes sind auf den Ortsschildern zu lesen


Auf der "Route touristique du Champagne"


Ein interessantes Bauwerk „Le Phare de Verzenay“der Leuchtturm von Verzenay


Inmitten der sanften Hügel erhebt sich ein 25 Meter hoher Leuchtturm, 
von dem das Auge über scheinbar unendliche Weinberge der Champagne schweift


Von hier aus hat man einen fantastischen Panoramablick auf die umliegenden Weinberge


Und hier auch schnell noch einmal mit unserer Fotografin :-)


Die Idee zu diesem Leuchtturm in ungewöhnlicher Umgebung hatte Joseph Goulet.
1909 erbaut, sollte das Bauwerk die Aufmerksamkeit der Besucher auf Goulets Champagnermarke lenken


Der Leuchtturm von Verzenay wurde schnell zu einem wichtigen und beliebten Treffpunkt 
für die Bewohner von Reims und Épernay


Der Erste Weltkrieg setzte dem jedoch ein jähes Ende. Nach dem Krieg stand nur noch 
der eigentliche Turm aus Stahlbeton, alle anderen Gebäude waren zerstört


Da den Bewohnern von Verzenay der Leuchtturm sehr am Herzen lag, 
kaufte ihn die Gemeinde auf, um ihn so vor dem Abriss zu bewahren.


Noch einmal musste der Leuchtturm, nach den Auswirkungen des 2. Weltkrieges, wieder neu aufgebaut werden um heute der schönen Aussicht und einem Weinbaumuseum der Region Champagne zu dienen


„Épernay“ gilt als die „Hauptstadt des Champagners“


Hier erstreckt sich ein 110 Kilometer langes Netzwerk von unterirdischen Champagner-Kellern 
in denen mehr als 200 Millionen Champagnerflaschen lagern


Der berühmte Schaumwein gilt als das festlichste und nobelste aller Getränke 
und wird nach streng festgelegten Regeln angebaut und gekeltert


Die Weinberge der „Appellation Champagne“ sind 34.000 Hektar groß. 
Die Reben wachsen hauptsächlich im Departement Marne im Umfeld der Städte Reims und Épernay


Für Champagner werden drei Rebsorten verwendet: die roten Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder) 
und Pinot Meunier (Müllerrebe oder Schwarzriesling) sowie die weiße Rebsorte Chardonnay


Die Standardflasche fasst 0,75 Liter und eine Doppelflasche wird als „Magnum“ 
und eine 30-Liter-Flasche als „Melchisedech“ bezeichnet


Pro Jahr werden mehr als 300 Millionen Flaschen Champagner verkauft. 
Etwa vier Prozent davon gehen nach Deutschland


 „Avenue de Champagne“ - Einmal hin und zurück


Mit unseren Bikes gleiten wir über Épernays berühmteste Straße, die „Avenue de Champagne“


Dort liegen viele herrschaftliche Häuser aus dem 19. Jahrhundert im Stil der Renaissance und der Klassik. 
In ihnen residieren berühmte Champagnerproduzenten wie Moët & Chandon, Perrier Jouët, 
Mercier und De Castellane


Die luxuriösen Firmensitze dieser großen Kellereien 
strahlen den architektonischen Charme der Belle Époque aus


So manches gekrönte Haupt hat in diesen noblen Villen vom neusten Champagner-Jahrgang gekostet



Hinter Épernay wird die Landschaft ruhiger und ländlicher


Riesige landschaftliche Anbaugebiete liegen rechts und links unseres Weges


Fast einsam streifen wir über kleine aber gut ausgebaute Wege durch die weite Landschaft, 
nur hin und wieder unterbrochen von kleinen, verträumten Ortschaften



Was es hier aber nicht in genügender Menge gibt, das sind Tankstellen. Seit „ewigen Zeiten“ haben wir keines dieser für motorisierte Wanderer so wichtigen Treibstoff-Depots mehr gesehen.
So langsam, nach knapp 300 Kilometern seit der letzten Füllung, wird es ein wenig eng mit unseren Reserven. Keine der Ortschaften die wir durchfahren ist groß genug für eine eigene Benzinversorgung.
Also geben wir TomTom den Auftrag, für uns auf die Suche zu gehen.
Was er auch gut macht, denn er leitet uns kurzerhand von unserer Route ab zur nächstgelegenen größeren Stadt.
Wunderdinge kann er hier aber auch nicht vollbringen – die erste Tankstelle gibt es mittlerweile nicht mehr, die zweite gehört einer Lebensmittelkette, bei der man nur mit speziellen Karten tanken kann.
Mehrere Jugendliche werden auf uns aufmerksam, wie wir so ergebnislos mit unseren EC-Karten am Tankautomaten hantieren. Freundlich und hilfsbereit „erklären“ sie uns in ihrer Landessprache und mit großen Gesten, an welcher „Station-Service“ wir mit unseren Karten problemlos tanken können. Wir bedanken uns und sie rufen uns noch ein freundliches „Auf Wiedersehen“ zu.
Tatsächlich haben wir an der Total-Tankstelle Erfolg – unsere Karten werden vom Automaten angenommen und die Tanks wieder bis zum Rand gefüllt. Total-Tankstellen sind seitdem auch immer ein Erfolg für unsere Karten



Mittlerweile sind wir in der Region Aube und eine weitere Erfrischungspause wird nötig. 
Ca. alle 90 Minuten ist so ein Stopp fällig, um mit ein wenig Bewegung, einem Getränk und einem kleinen Snack aus dem Topcase die langsam müde werdenden Glieder wieder neu zu beflügeln


Direkt am Waldrand finden wir, in schöner Umgebung, einen kleinen Teich mit Tischen und Bänken 
um uns zu erholen


Dabei können wir auch noch einigen Freizeitanglern zusehen, die zum Wochenende hierhergekommen sind. Auch hier werden wir freundlich begrüßt und es ist schön, hier zu sitzen und ihnen zuzusehen



 Durch die leicht hüglige Landschaft mit schattigen Wäldchen und goldenen  Weizenfeldern an den Hängen nähern wir uns langsam aber sicher unserem Zielort Champsicourt.
TomTom zeigt noch 2 Kilometer bis zum Ziel und auch von Street View her eist mir die Umgebung bekannt


Ich nehme das Gas zurück und drossele das Tempo. Noch möchte ich nicht ankommen, 
möchte noch jeden Augenblick dieser tollen Fahrt genießen


Dann liegen die Gebäude in der späten Nachmittagssonne vor uns – ein schöner Anblick – 
wir sind gut und pünktlich angekommen


Als wir auf den mit hellem Schotter befestigten Hof einbiegen ist der Eindruck perfekt. Das Haupthaus mit der großen Terrasse 
und die große Scheune mit den landschaftlichen Maschinen


Hier können wir unsere Rösser für die Nacht unterstellen.
Dazu noch der rege Flugbetrieb einer Staffel pfeilschneller Schwalben 
und das aufgeregte Gegacker der Hennen im Hühnerhof



„Les Furets“ Einfach toll ist es hier!!!


Nun kommt auch schon Madame Patricia Périn auf uns zu, begrüßt uns herzlich 
und beglückwünscht uns zu unserer guten Ankunft. 
Danach zeigt sie uns die freundlichen und gepflegten Zimmer 
und gibt uns die Zeit zur Erfrischung bis zum Abendessen


So nach und nach treffen wir uns im Hof auf der Terrasse und genießen die letzten warmen Sonnenstrahlen.
Auch Utes Gunter ist inzwischen gut mit seinem Auto angekommen. Auch er berichtet von einer schönen Fahrt und hat, wie wir später sehen werden, seine Reise mit tollen Bildern dokumentiert


Dann erscheint auch unsere Gastgeberin mit einem Tablett voller Sektgläser und einer Flasche Champagner


„Santé“ sagt Madame Patricia Périn in unsere Runde, 
nachdem sie uns allen einen Champagner eingeschenkt hat, 
und hebt das Glas an ihre Lippen


Toll ist es, nach 540 Kilometern hier gut angekommen zu sein und schon sooo viel gesehen und erlebt zu haben. Und nun werden wir tatsächlich auch noch mit einem Glas echten Champagner willkommen geheißen – suuuper :-)

„Santé“ rufen auch wir fröhlich in die Runde und genießen den Augenblick


Sehr interessant ist es dann auch noch für uns, auf einer großen Landkarte einige interessante Informationen über die Anbaugebiete und die Marken des Champagners zu erfahren.
Eine tolle Region für das Getränk mit den berauschenden Bläschen – unbedingt eine Reise wert


Wenn sich bei französischen Gastfamilien der Tag zu Ende neigt, 
ist dort beileibe noch nicht Schluss mit all den guten Dingen.
Madame öffnet die Türe zu ihrem Esszimmer 
und bittet uns zum Abendessen mit Familienanschluss.
Vor einiger Zeit ist ihre Mutter zur Verstärkung in der Küche eingetroffen und nun genießen wir, 
alle gemeinsam am großen Esstisch, ein vorzügliches Mehrgänge-Menü, essen Käse aus der Region, 
trinken einen vorzüglichen Rotwein und unterhalten uns bestens mit unseren Gastgebern


Irgendwann ist uns dann aufgefallen, dass Madame Périn sehr gut Deutsch versteht und auch spricht – 
ihre deutschen Wurzeln gehen bis ins Saarland zurück


Großmutter Périn hat sich vor einiger Zeit mit einem Lächeln und einem freundlichen 
„Gute Nacht“ von uns verabschiedet

Gut gelaunt erheben wir uns dann auch, zu später Stunde, von der gastlichen Tafel
„Bonuit“ – es war ein toller Tag für uns :-)



Durch die Ardennen bis in die Champagne


Rundfahrt Reims


Den Download zur Tour findest du "Hier"

Nachtrag 27.04.2017 - Tourdatei für den "Motoplaner"