Montag, 6. Juli 2015

"Glückauf im Ahrgebirge"


Heute geht es nicht nur hoch hinaus auf einen Gipfel des Ahrgebirges – sondern auch tief darunter ;-)


Unser erstes Ziel ist nämlich das Besucherbergwerk Grube Bendisberg

Also, wir könnten dort in die Grube einfahren, gaaanz tief hinunter unter das Ahrgebirge.

Aaaber, bei einem Besuch in der überirdischen „Bergmannshütte“, werden wir uns doch deutlich besser fühlen, als „Untertage“ einzufahren  :-)

Zur Mittagszeit eine deftige „Grubenausfahrt“ oder ein leckeres „Spezi-Kesselchen“  - das wäre doch genau das, was wir mögen – und wozu wir eigentlich so weite Reisen und Mühen auf uns nehmen ;-)




Also brechen Thomas & Birgit, ThomasK und ich um 9Uhr in Erkelenz auf,



um uns am Rastplatz Bedburger Land mit Christine & Günter, Ute und Helmut zu treffen.



Hier startet gleichzeitig mit uns noch eine weitere Gruppe der „WestSideBiker“ - unter der Führung von Waller - eine Tour an die Ahr. 
Wie immer werden wir mit freundlichen und herzlichen Worten von Walter begrüßt und wenig später startet seine Gruppe dann auch schon in den frühen Morgen.







Nachdem wir die A61 bei Rheinbach verlassen haben,
geht es durch den Rheinbacher Wald nach Rheinland Pfalz




 Auf unserer Strecke das "Café-Bistro-Ahrwind"




  Und auch die Straße zur Hohen Acht



 So ganz eindeutig ist heute die Wetterlage nicht einzuschätzen – aber wir hoffen doch auf trockene Straßen.



 Die "Grube Bendisberg" liegt bei St. Jost in der Nähe von Mayen. 



Die kleine Ansiedlung liegt mitten im Wald und ist nur über eine einzige Sackgasse zu erreichen.




Der Bergbau auf Blei- und Zinkerze bei St. Jost und Virneburg kann hier auf eine alte und lange Tradition zurückblicken.





 Die Grube Bendisberg baute auf mehreren Gängen der mittleren und oberen Siegener Schichten ihr Erz ab.



Die Grube ist in den Jahren 1900 – 1904 durch eine holländische Gesellschaft aufgeschlossen und betrieben worden. Nach wechselvoller Geschichte waren 1957 die Erzvorkommen soweit erschöpft, dass der Grubenbetrieb nicht mehr lohnte und endgültig eingestellt wurde. Dabei spielte auch der weite und unwegsame Transportweg bis nach Mayen eine entscheidende Rolle.
Nachdem sich bei einer Öffnung und Besichtigung der Stollen im Jahre 2003 herausstellte, dass sich die Grube Bendisberg hervorragend als Besucherbergwerk eignen würde, gründete sich ein Förderverein mit dem Ziel, die Grube für Interessierte wieder zu öffnen. So war es möglich, dass seit dem Jahre 2011 wieder Besucher in die Grube einfahren können.





Einsam windet sich der einsame Weg durch die Landschaft,
bis wir die Gebäude der Grube Bendisberg erreichen.




Alles liegt hier so ruhig und friedlich – nur ein einsamer „Schatzgräber“ sucht auf der steilen Abraumhalde unter uns nach Erzen, die er hier für seine Sammlung sucht.





Von ihm erfahren wir, dass das Bergwerk nur einmal in der Saison für Besucher geschlossen bleibt,
nämlich dann, wenn die „Belegschaft“ ihren Betriebsausflug hat – und leider ist das genau heute :-(





Jetzt erklärt sich auch, warum ich seit Freitag niemanden zur Tischbestellung ans Telefon bekommen habe. Schade, aber nicht ganz so schlimm, da wir ja sowieso nicht hier einfahren wollten.
Aber etwas zu essen müssen wir uns nun irgendwo anders besorgen.





Also steigen wir, nach einer kleinen Pause, wieder auf unsere Bikes.





 Wir verlassen die alte Miene über den einzigen Weg, den wir auch hierhergekommen sind.




Auf unserem weiteren Weg Richtung Mayen begegnen wir wenig später, auf einem Felsrücken gelegen,
der tollen Kulisse von "Schloss Bürresheim" 




Die beeindruckende Schlossanlage aus dem 15. Jh. blieb von kriegerischen Auseinandersetzungen nahezu unversehrt und zeigt dem Besucher den Lebensstiel des Rheinischen Adels über die Zeit vom 15. bis zum 20. Jahrhundert.




Die Fahrt durch Mayen gestaltet sich, durch eine Baustelle in der Innenstadt, etwas schwierig –
sie will uns anscheinend nicht wieder loslassen ;-)




Erst die etwas lockere Auslegung der Verbots- Gebots- und Hinweisschilder
bringt uns auf den Weg, wieder hinaus aus der Stadt.




Mendig grüßt - Rock am Ring




In Mendig geht es vorbei am „Lava-Dome“
Hier kann man sich auf eine interessante Art über den Vulkanismus in der Region um den Laacher See informieren.




Kaum 100 Meter weiter lockt die Vulkan-Brauerei mit Brauhaus und Biergarten.




Bisher war in der weiteren und näheren Gegend nicht wirklich etwas los – aber hier ist es „Rappelvoll“
Nicht daran zu denken, hier etwas zu Mittag zu bekommen.




Da muss man beim  nächsten Mal schon einen Tisch vorbestellen.




Die „Wingertsbergwand" war mir bis vor kurzem noch völlig unbekannt.




Erst durch einen interessanten Tourbericht wurde ich letztes Jahr auf sie aufmerksam.




Der Trail zum Blick auf die Wingerts Bergwand ist nicht so leicht und auch nicht auf Anhieb zu finden.




Abenteuerlich ist der Weg - ungewiss, wo wir landen werden ;-)

 

Ein kleines Offroad Abenteuer auf Schotterwegen im Steinbruch.




Bei der Wingertsbergwand bei Mendig handelt es sich um eine bis zu 60 Meter hohe und mehrere hundert Meter lange Bims- und Tuffwand, die durch den Abbau vulkanischer Rohstoffe freigelegt wurde.




Der  Aufschluss dokumentiert den Ausbruch des Laacher- See- Vulkans vor ca. 12.900 Jahren.




Informationstafeln geben Auskunft darüber, wie der Vulkanausbruch vor Urzeiten abgelaufen ist.




Toll und eindrucksvoll, hier unten zu stehen.




Rückzug aus dem Steinbruch
Die Schilder warnen vor Sprengungen :-o




Später passieren wir in kurzer Entfernung den Laacher See und die alte "Abtei Maria Laach"




Wer hier noch nicht war, sollte unbedingt einmal anhalten und sich die Abtei ansehen –
immer wieder beeindruckend.




Über sehr schöne kurvige Strecken erreichen wir, immer noch auf der Suche nach einem geeigneten Pausenstopp, das "Hotel Forsthaus"




Direkt an der Strecke gelegen, bei Riedener Mühle, erwartet uns ein Bikertreff an dem schon eine größere Gruppe eingekehrt ist.




Das Essen ist gut, die Bedienung freundlich und auf der Außenterrasse sitzt man,
bei alkoholfreien Getränken, vortrefflich :-)




Hier kann man in Ruhe den vorbeiziehenden Bikern zusehen.




Eine Aufgabe haben wir jetzt noch vor uns, bevor wir unsere Mission –
tief unter und hoch über dem Ahrtal – erfüllt haben.




Wir folgen den Windungen der Ahr bis Dernau, füllen unsere Tanks an der dortigen Tankstelle wieder auf
und fahren den gewundenen Weg hinauf auf die Bergspitze zur
 "Krausberghütte" und zum Aussichtsturm.




Die Hütte oberhalb Dernaus ist nicht bewirtschaftet, sondern geeignet für Vereine, Firmenfeiern, Geburtstage, Kinderfeiern, Festliche Feiern und Hüttenabende. Heute ist sie für eine Hochzeitsfeier reserviert.




An Sonn-und Feiertagen sind die Hütte und der alte Aussichtsturm geöffnet -
Der wunderschöne Blick vom Turm geht bei guter Fernsicht über das Ahrtal hinaus
bis hin zum Siebengebirge.




Über Bad Münstereifel, wo wir uns ein wenig im Dschungel der „Nur für Anlieger“-Straßen verfangen,
und die Rur-Eifel geht es, nachdem wir das Ahrtal bei Altenahr verlassen haben,
auf bekannten und uns lieb gewordenen Bikerstrecken zurück nach Hause.




In Heimbach gibt es noch einen interessanten Bistro-Stopp.




Dann, heute schon ab Zweifall, löst sich unsere Truppe so nach und nach auf.




Gegen 20 Uhr und nach gut 400 Kilometern haben wir unser Tourende in Hückelhoven-Baal erreichen.



Danke an meine Mittourerinnen und Mittourer für die tolle Begleitung mit viel Spaß und Freude :-)

Und auch einen herzlichen Dank an Klaus Benndorf, der mich in seinem
"Klaus Motorradblog"
auf die Grube Bendisberg, die Wingerts Bergwand und die Krausberghütte aufmerksam gemacht hat -
Toll, dass es Blogger gibt, die uns von ihren interessanten Erlebnissen berichten ;-)




Die tollen Bilder zur Tour hat Birgit wieder für uns geschossen – super, noch einmal zu sehen,
welch tolle Eindrücke unsere Tour unter und über der Ahr zu bieten hatte  ;-)





Viel Spaß & tolle Touren
wünscht HerBert