Montag, 25. Mai 2015

"Dunkle Wolken über dem Hohen Venn"



Schlecht sah das Wetter in diesen frühen Maitagen ja nicht aus, aber zu unserer Kurztour ins Hohe Venn wurde es dann, nur für diesen einen Tag, doch etwas ungemütlich.

Aber, da wir ja nun mittlerweile bei fast jedem Wetter fahren, wollten wir auch dieses Mal nicht hinter‘m warmen Ofen hocken bleiben. Obwohl – der eine und der andere blieb, ob der ungünstigen Prognosen, dann doch lieber zu Hause.

Und so machten sich fünf Unerschrockene mit vier Bikes auf den Weg in die Rureifel, um von dort aus die höchste Gegend Belgiens zu durchstreifen.

Zu allem Übel ist das Hochmoor des „Hohen Venn“ auch noch die feuchteste Region Belgiens.



Aber zunächst blieb der Himmel trocken und es ging zügig in die Eifel hinein. Am Rande von Stolberg vorbei und mitten durch Breinig wählten wir dieses Mal eine etwas andere Anfahrt zum Rursee – auch eine ganz tolle Strecke.






Breinig ist ein interessanter und sehenswerter Ort, mit vielen Natursteinhäusern und einer ganz besonderen Ausstrahlung.








Bei Rurberg sichteten wir dann unseren Rursee, schraubten uns die tollen Serpentinen hinunter und erreichten nach 90 Minuten unser erstes Ziel, das „Café zur Post“ in Einruhr.










Waren die Straßen heute noch ziemlich leer, so ist es in der Post doch gut gefüllt. Ein paar Biker und eine ganze Menge Wanderer haben es sich hier gemütlich gemacht und wärmen sich von den kalten Temperaturen da Draußen wieder auf. Knapp 10°C haben wir im Moment nur noch in der Eifel.




Schnell haben wir uns ein paar Schnitzel, eine Forelle und ein leckeres Spargelgericht ausgesucht und bestellt – hier lässt es sich, mitten unter den Wanderern, vorzüglich speisen und klönen :-)





Eine Stunde später sitzen wir wieder auf unseren Bikes und starten Richtung Dedenborn und Hammer unsere zweite Tour-Etappe in Richtung Belgien.





Neben uns windet sich auch die Rur in munteren Schwüngen durch die zauberhafte Natur.




Der nun einsetzende Regen liegt schwer auf den Blättern der Bäume und gibt der Landschaft ein anderes, sehr beeindruckendes Aussehen, als ich es hier von nur sonnigem und trockenem Wetter her kenne.






Eine scharfe Abbiegung nach Links und schon geht es hinauf nach Widdau und Rohren.




Vorsicht! Bei nasser Fahrbahn hatten wir vor Jahren vor Widdau schon zweimal einen Umfaller – die Spitzkehre ist nicht so leicht zu nehmen.





Alles klappt bestens und nach einiger Zeit erreichen wir Kalterherberg – den kältesten Ort der Eifel.
Eigentlich fahre ich hier immer die gleiche Strecke, am Eifeldom vorbei über die Grenze nach Belgien.






Aber heute probiere ich an verschiedenen Stellen neue Wege – und prompt folgt die Belohnung auf dem Fuße.





Wir überqueren die belgische Grenze bei Leykaul und passieren, in Dunst und Nieselregen, einen Eisenbahnwagon, der hier auf der stillgelegten Eisenbahnstrecke als „Waffel-Café“ abgestellt ist.


Sofort fällt mir Tanja ein, die mich vor einigen Jahren nach einem "Pullmannwagen" fragte, der irgendwo in den Ardennen als Restaurant stehen soll.

Ob ich nun hier endlich für Tanja fündig geworden bin werde ich dann bei nächster Gelegenheit zu klären versuchen.




In weiten Schwüngen geht es nun durch das einzigartige Hochmoor von Kalterherberg in Richtung Bosfagne – für mich die schönste Strecke durch das Hohe Venn.





Nachdem wir den Lac de Robertville überquert haben, geht es kurz vor der Staumauer nicht mehr weiter – im Regen sind wir auf das Gelände eines Gutes gelandet. Der Fahrer des Rangerovers und sein großer schwarzer Hund weisen uns freundlich zurück auf den richtigen Weg.




Wenig später fahren wir über die Barrage du Lac und sind kurze Zeit später auf der Strecke Malmedy – Eupen, auf der mit 694m höchsten Stelle Belgiens.




Auch diese Strecke durch das Hochmoor ist sehr beeindruckend, einsam und unwirklich erscheint die karge Landschaft.




Heute wirkt das Gelände ganz besonders auf uns – bedrohlich türmen sich schwarze Wolken am Himmel auf und schicken ihre nasse Fracht auf uns hinunter. Die Temperatur ist noch einmal um 2° gefallen – gerade mal 8° zeigt das Thermometer an.




Sollen wir – oder sollen wir nicht?

Nach links geht es auf die Rue de Hestreux, mitten durch den Wald, nach Bètane.

Die Fahrbahndecke ist schon seit Jahren in einem erbarmungswürdigen Zustand, aber die Landschaft ist einfach zu verlockend. Die Fahrt über die 6km lange, mit Schlaglöchern übersäte Piste, durch den regennassen Buchenwald, versetzt einen in die Zeit, in der Robin Hood noch mit seinen Gefährten durch den Sherwood Forrest streifte.




Unten angekommen, auf der fast lieblichen Straße nach Membach, kann ich mich eines erleichterten Kraftausdrucks nicht erwehren – alles gut gegangen - die Anspannung musste einfach mal raus ;-)




Hinter Membach passieren wir „Camping Wesertal“ – wieder einmal kreuzen wir „Svenjas“ Spuren, die noch vor kurzer Zeit mit ihrem „Funny“ – Scout in dieser Gegend bikte.




Nach Eupen befahren wir wieder deutschen Boden und es wird dringend Zeit, uns bei einem Pausenstopp wieder aufzuwärmen und neue Kraft für den Endspurt zu sammeln.







Im Eiscafé Primavera in Walheim, neben der Aral-Tankstelle, finden wir diesen gastlichen Ort – ein Eis, einen Kaffee, eine heiße Schokolade – und schon ist die Welt wieder in bester Ordnung.






Eine Stunde später sind wir, nach 235 km, wieder zu Hause, die Schutzkleidung ist fast schon wieder trockengefahren und überhaupt – es war wieder ein toller Tag auf 4x2 Rädern.



Danke an Thomas & Birgit und Christine und Günter, die sich nicht vom Wetter haben schrecken lassen. Und danke an Birgit für ihre schönen Erinnerungsfotos, die schon wieder unter erschwerten Wetterbedingungen gemacht werden mussten ;-)



Viel Spaß und tolle Touren
wünscht
Westward ;-)


Kommentare:

  1. Das Grün wirkt doch im Nassen gleich viel satter... Tapfer durchgehalten! Macht Ihr eigentlich ausschließlich Tagesausritte oder gibt es demnächst einen längeren Urlaubsbericht von Dir und/oder der Truppe?

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    1. In erster Linie fahren wir Tagestouren bis zu 500 km. Damit jeder mit seinen Terminen schon mal planen kann, legen wir zum Jahresende schon mal den Zeitpunkt für etwa zehn Touren in der neuen Saison fest. Darunter ist dann auch immer eine Mehrtagestour. In diesem Jahr geht es, quer durch die Ardennen, bis in die Champagne. Da freuen wir uns auch schon besonders auf das Essen & Trinken mit unserer Gastgeber-Bauernfamilie :-)

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  2. Das Hochmoor Hohes Venn im Nebel bei Regenwetter ist wirklich sehenswert. Ein wenig erinnert es an die Stimmung in den alten Edgar Wallace Filmen. Nur dass das Hohe Venn in Farbe ist.
    Ja, das ist eine schöne Gegend, die hatte ich dort gar nicht erwartet. ich war nämlich neulich auch auf der Ecke unterwegs. Aber das kann ja noch keiner wissen...

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    1. Ist es nicht toll, durch das Hohe Venn und die angrenzenden Ardennen zu biken?
      Ich freue mich immer über die tollen Landschaften, die anderen Baustile, über die vielen Burgen und Schlösser und die lockere Lebensart der Menschen in dieser Region.
      Du wirst es mögen, wenn du mal dort hin kommst ;-)

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