Freitag, 28. Februar 2014

Juni 2013 – „Das Salz der Opalküste“ I


Nun ist es endlich so weit, ich drücke den Starter und der Kawa- Vierzylinder springt so zuverlässig an wie immer.

 

450 spannende Kilometer liegen heute vor uns, bevor wir gegen 18 Uhr unsere Bikes auf der Place  de l’Eglise vor der Kathedrale von Saint-Riquier parken werden.


Das muss doch endlich mal klappen – mit dem Bike ans Meer.

Das Mittelmeer wäre toll – ist aber viel zu weit.

Bretagne oder Normandie wären auch ganz toll – leider reicht die Zeit auch dafür nicht.

Doch dann fand ich diesen tollen Bericht in Geo Saison, der mich allein schon mit seiner Überschrift elektrisierte:
„Die Opalküste“  –  Eine der aufregendsten Küsten Europas - Viel schöner als die Normandie oder die Bretagne.Kann das sein? Wo liegt denn die Opalküste? Noch nie von ihr gehört – klingt aber verlockend -  so nach blauem Meer und weißen Stränden - ein wenig wie - Südsee oder - Indisches Meer.

Dann die Überraschung. Die Opalküste ist gar nicht so weit weg, liegt gleich oberhalb der Normandie an der Nord-Pas-de-Calais.

Meine Neugierde auf ein spannendes Abenteuer an der „Grand Site de France“ist geweckt.


05:45 geht der Wecker.
Mein Smartphone hat sich bisher noch nicht gemeldet, also gibt es auch keine  Absagen vom harten Kern der Truppe.
Sind schon kampferprobte Mädels und Jungs. Sagen immer, wir wären schon bei schlechteren Bedingungen gefahren und es war immer schön. Ich selbst wäre ja vielleicht schon ausgestiegen wenn ich nicht der Tour- Guide wäre, der versprochen hat, als letzter von Bord zu gehen. Und wer weiß, dann hätten sie mich wohlmöglich wieder einmal zu Hause abgeholt und mich zur Tour „gezwungen“.
Am Vortag hab ich alles gepackt und die Kawa schon mal probegestartet. Nun ist alles startklar. Noch einmal einen Gruß an meine Frau und ab geht’s.

Ein Juwel in Nordfrankreich: Die OpalküsteDie weiße Kreideküste von Dover kenne ich schon seit meiner Schulzeit, aber dass es auf der anderen Seite des Ärmelkanals eine ebenso beeindruckende Küste gibt, ist wohl nur wenigen bei uns bekannt.
Am Fuß dieser weißen Kreideklippen schimmert der Ärmelkanal so blaugrün, dass man trotz des ruppigen Windes an die Südsee und an „Opal-Edelsteine“ denken muss.
Eine Welt aus spektakulären Landschaften erwartet uns, von der Somme-Bucht über Le Touquet-Paris-Plage, Boulogne-sur-Mer und Calais. Dort erstreckt sich die Opalküste auf über 140 tolle Kilometer mit beeindruckenden Klippen und Dünen und einer Landschaft gesäumt von Kirchtürmen, Mühlen und Mohnblumenfeldern.
Seit drei Jahren warte ich auf diese Tour, seit Monaten ist sie fertig geplant, die Zimmer sind reserviert und  die Vorfreude ist groß – Nur das Wetter will nicht so richtig mitspielen.
Dabei habe ich den Tour-Termin extra auf Ende Juni gelegt. Eine Woche später strömen nämlich alle Franzosen an ihre Küsten um dort ihre Sommerferien zu verbringen. Dann wird es dort Oben so richtig voll.
Immer noch können wir die  Zimmer stornieren, die wir schon vor 3 Monaten über Booking.com gebucht haben. Ist übrigens eine tolle Sache. Je nach Unterkunft ist eine kostenlose Stornierung oder ein geringer Abstand bis kurz vor der Anreise möglich.

Auf den 2 Kilometern zur Tankstelle werde ich vom Nieselregen schon mal leicht nass, mit den Regensachen will ich aber noch etwas warten.
Ute und Matthias & Ulrike warten schon auf mich als ich beim McD-Hückelhoven ankomme. Dort ist am WE immer offen, man bekommt immer einen guten Kaffee, es gibt genügend Parkplätze und erfrischen kann man sich auch noch mal schnell  – ein idealer Tourentreff!
Sofort habe ich wieder dieses vertraute Gefühl bei meinem Team angekommen zu sein, wieder gemeinsam etwas Tolles zu erleben.
Die Stimmung ist gut und man zieht mich ein wenig auf - man hätte sich schon Sorgen gemacht ob der TG denn auch noch kommt. Nun bin ich ja da und gleich darauf treffen auch Thomas & Birgit ein. Die Freude ist groß - wir haben uns alle seit der letzten Tour vor vier Wochen nicht mehr gesehen.
„Lift-off“ ist erreicht, aber es fehlt noch  ThomasK. Unser „Permanent RL“ ist noch nicht da. Ungewöhnlich. Ich warte noch fünf Minuten, dann rufe ich ihn über‘s Smartphone an.....


Mittwoch, 26. Februar 2014

Sonntag, 23-02-2014 - Mit der "Vestre" nach Verviers II

Kurz hinter Konzen entspringt im belgischen Hohen Venn der kleine Fluss Weser. Nur 70 Kilometer lang ist ihr friedlich stiller Lauf, bis sie in Lüttich in die Ourthe und wenig später mit ihr in die Maas mündet.

Eindrucksvolle Landschaften und jede Menge beachtliche Architektur sind die beeindruckenden Begleiter auf unserer Reise entlang der ehemaligen Hochburgen der wallonischen Tuchindustrie.


Über bizarre Venn-Landschaften erreichen wir zunächst die Wesertalsperre. Der Stausee versorgt Eupen mit Trinkwasser und ist das wichtigste Trinkwasserreservoir Belgiens.

Das saure und kalkarme Venn-Wasser der Weser war von Beginn des 17. Jahrhunderts an die Quelle für die aufblühende Textilindustrie, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts dem gesamten Tal zu großem Wohlstand verhalf.


Die Auffahrt und die Überquerung der Staumauer ist wie immer ein tolles und beeindruckendes Erlebnis.
Der ehemalige Aussichtsturm ist heute ein beliebter Ort für Kletterer und Freeclimber. Bis auf 30 Meter Höhe können hier Kletterprofis und – Amateure – ihre Fähigkeiten unter professioneller Anleitung testen – aber ganz sicher ohne mich :-)


Von der Sonnenterrasse des Café- Restaurant  zeigt sich uns ein herrlicher Ausblick auf die Wald- und Seenlandschaft der Wesertalsperre.

Westlich von Eupen erreichen wir zusammen mit der Weser das französische Sprachgebiet Belgiens. Dort heißt der Fluss nun Vestre und fließt durch die Provinz Limburg

Es geht durch Verviers, die größte Stadt an der Vestre. Deren ehemaligen Reichtum, durch die Produktion wertvoller Stoffe, können wir noch an vielen Stellen erkennen.


In Pepinster beenden wir unsere Reise entlang der Vestre und fahren lieber zum „Au Vieux Tancrémont“ mit seinen tollen „Tarts“ und dieser unvergleichlichen Savoir-vivre.




Laissez Faire – und dann ab nach Aachen.


War wieder mal ein toller Tag ;-)








Dienstag, 25. Februar 2014

Sonntag, 23-02-2014 - Mit der "Vestre" nach Verviers

Die Sonne scheint, vom Winter ist weit und breit nichts zu sehen. Da wir heute eh nach Aachen wollen, fahren wir einfach früher los und haben noch reichlich Zeit für einen Abstecher in die Eifel und durch Belgien.

Schnell meine Biker-Tour „Mit der Vestre nach Liège“ aufs Navi geladen und für die Fahrt mit der Dose umgemodelt.

Los geht’s über die B57 und die A44 bis Aachen Brand. Endlich ist hier die Straße in Richtung Kornelimünster fertig, lange genug hat‘s ja auch gedauert.

Kornelimünster – da waren wir seltsamerweise noch nicht  – das machen wir jetzt gleich mal.

Rechts hoch gibt's noch freie Parkplätze. Von hier aus ist es nur ein kurzes Stück bis hinunter zum historischen Ortskern. Dabei hat man die ganze Zeit einen schönen Blick auf die alten Steinhäuser.

Gleich zu Anfang des historischen Kerns liegt das gemütliche Café „Münsterländchen“, das auch zu dieser Jahreszeit gut besucht ist. Selbst vor der steinernen Hauswand sitzen die Gäste, in warme Decken gehüllt, bei Kaffee und Kuchen.




Die kleine Runde durch den romantischen Ort versetzt uns zurück in vergangene Jahrhunderte. Die alten Steinhäuser strahlen diese Würde und Beständigkeit einer halben Ewigkeit aus. Was sie wohl alles erlebt haben – wäre schon höchst interessant, das zu wissen.


Am Ende unserer Runde landen wir wieder am „Münsterländchen“. Hier startet die erste Etappe des Eifelsteigs. Wie man sieht sind die Wanderstiefel noch ne Nummer zu groß für mich.

Kornelimünster - das hat was!

Weiter geht's nach Konzen und von dort hinauf ins Hohe Venn.......